THE SWAN - COSMIC SYMBOL

for Sheng, Harp & Orchestra

THE SWAN - COSMIC SYMBOL

for Sheng, Harp & Orchestra

Kategorie:  Symphonie / Orchester , Kammermusik

Kaum ein Tier ist in Sagen und Mythen so präsent wie der weiße „Schwan“, dessen
Symbolik mit Reinheit, Schönheit, Licht und göttlicher Sphäre verbunden ist.
Der „schwarze Schwan“ steht dann für schwarze Magie, dunkles Wasser, Tod oder androgyne Zwitterwelt.
Der Mythos „Schwan“ reicht über 45.000 Jahre zurück in die sibirische Urgeschichte der
Menschheit, wo rätselhaft ein profundes Wissen über Kosmos und ein auf das
Sternbild des Schwans bezogenes Kalendersystem nachgewiesen ist: die Denisova-
Menschen im sibirischen Altai-Gebirges und waren technologisch
Fortschrittlich, was nur schwer in die Steinzeit passt. Sie trugen ihr
Wissen - dass sich die Seelen im Sternzeichen „Schwan“ reinkarnieren – ins anatolische Göbekli
Tepe und dann ins ägyptische Altertum. Das Doppelkonzert spürt diesen Rätseln mit fremdartiger Solistenkombination und geheimnisvollen Klangfarben nach. Bisweilen gibt es Anklänge an Jean Sibelius, Richard Wagner oder P. I. Tschaikowsky. Auftragswerk für das Festival „Asia - Siberia – Europe“ 2026 in Krasnoyarsk (Sibirien), mit dem ich seit 2016 freundschaftlich verbunden bin.

Sätze: 1: Sibiriens Schwanengöttin - The Swan Goddess of Siberia
2: Göbekli Tepe, Tor zur anderen Welt - Gateway to Another World
3: Sternbild Cygnus - Constellation Cygnus
4: Der Schwarze Schwan - The Black Swan
5: Schwanentanz - Swan Dance
6: Der sterbende Schwan, Heimflug - The Dying Swan: A Journey Back Home

Dauer: 26 Minuten

Notenausgabe: Ries & Erler Musikverlag Berlin , 2026

Besetzung: Soloists: Sheng (chinese mouth organ) and concert harp
Large String orchestra (Vl. 1+2, Vola 1+2, Vc 1+2, Double Bass)
and three percussion players
1: Triangle, Bass Drum, Chinese Cymbal, Woodblocks, metal chimes, water phone
2: Triangle, Vibraphone, Tamtam, Darabuka (or: handdrum)
3: Triangle, Glockenspiel, 3 suspended Cymbals, large rainstick, asian drum (or: TomTom), Tubular Bells

Vorwort: Kaum ein Tier ist in Sagen und Märchen so präsent wie der weiße „Schwan“, dessen
Symbolik mit Reinheit, Schönheit, Licht, Engeln und göttlicher Sphäre verbunden ist.
Nach dem Gesetz der Frequenz, wo zu jedem Wellenberg auch ein Wellental gehört,
kann die „Schwanen-Energie“ im Sinne einer impliziten Transformation und fast
zwangsläufigem Wandel aber auch ins Dämonische und ins Reich des Dunklen
umschlagen. Der „schwarze Schwan“ steht dann für schwarze Magie, Tod und Trauer.
Der Mythos „Schwan“ reicht über 45.000 Jahre zurück bis in die Urgeschichte der
Menschheit, wo völlig rätselhaft ein profundes Wissen über Kosmos und ein auf das
Sternbild des Schwans bezogenes Kalendersystem nachgewiesen ist: die Denisova-
Menschen lebten im Raum des sibirischen Altai-Gebirges und waren eine technologisch
fortschrittliche Gemeinschaft, die nur schwer in die Steinzeit passt. Sie trugen ihr
Wissen und den Jenseitsglauben - dass sich die Seelen im Sternzeichen „Schwan“ als
der markanten Struktur ‚Kreuz des Nordens‘ reinkarnieren – ins anatolische Göbekli
Tepe und dann nach Ägypten, wo das uralte Wissen über kosmische Vorgänge sich dann
in den Maßen und Bezugspunkten der Pyramiden und Bauwerke niederschlug.
In Göbekli Tepe kann noch heute an architektonischen Eindeutigkeiten bewundert
werden, wie dies alles astronomisch auf das Sternzeichen des Schwans ausgerichtet
war und das Denken wie Rituale bestimmte.
Dort ist auch die mythologische Schwanen-Gottheit beheimatet, die in der
Jungsteinzeit dann in Kreta als Leda, die Göttin und Mutter des Welteneies verehrt
wurde. Die Schwanenfrau Leda gilt als Symbol der Weiblichkeit. Diese kretische
Sprachwurzel überlebte bis heute im englischen Wort der „Lady“. Leda vermochte – wie
alle anderen (den Engeln verwandten) Schwanengestalten in die Zukunft zu sehen, weil
sie als Boten aus dem Jenseits galten: im Terminus „mir schwant etwas“ hat sich dieses
Ahnungsvermögen erhalten.
Der „Schwan“ ist nahezu geschlechtsneutral. Dazu passt die sprichwörtliche
Monogamie und Treue bei den Pärchen, die lebenslang zusammenbleiben, gemeinsam
die Brut aufziehen und beim Tod eines Partners lange Trauerzeiten durchleiden. Er ist mit seiner Schwarz-Weiß-Dynamik das Symboltier von androgynen oder homosexuellen Menschen: die abstrakte Malerin Hilma af Klint hat eine legendär gewordene Schwarz-Weiß-Serie geschaffen, zwischen Richard Wagner und Ludwig II. ist der „Schwan“ mannigfach relevant (von Neuschwanstein bis zum Schwanenritter Lohengrin“), der Sohn Siegfried Wagner – offen sich zur Homosexualität bekennend - schuf eine „Schwarzschwanen“-Oper.
Kurz: Der „Schwan“ ist ein erhabenes und fast jenseitiges Mysterium. Er ist Prophet,
Seelenvogel und göttlicher Sänger. Vor allem beim Sterben, beim Übergang ins Jenseits,
beginnt dieses rätselhafte Wesen seinen „Schwanengesang“. Gerade in der Musik sind
deshalb exemplarische Werke zu diesem Thema entstanden: von Arcadelts
Renaissance-Madrigal „Il bianco e dolce cigno“ bis zum „Schwan“ von Camille Saint-
Saens, von Wagners Lohengrin bei R. Wagner, Tschaikowskys „Schwanensee“ bis zur berühmten
Tenorarie in Orffs „Carmina Burana“.
Eine Sonderstellung hat für mich „The Swan of Tuonela“ des finnischen Komponisten
Jean Sibelius (1865-1957), weil die unübertroffene Erhabenheit, Grazie und Weite seiner
„Schwan-Energie“ hier so elementar in der nordischen Natur- und Anderswelt wurzelt.
Der Schwan wird als Bote zwischen den Welten der Lebenden und der Toten verehrt, gilt
als heilig, als Ahnen der Vorzeit. Einen Schwan zu töten, musste als nicht hinnehmbares
Tabu geahndet werden und galt genauso verwerflich, wie einen Menschen zu töten.
Die Sage des ‚Schwan von Tuonela‘ ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von allen
Künsten aufgegriffen worden. Ihr rätselhaftes und mit dem Tod verbundenes Dunkel
verkörpert die Essenz der finnischen Melancholie. Diese Symbolik reicht bis zu den
Ursprüngen des finnisch-sibirischen Raumes zurück. Weil ein Schwanenschrei sich wie eine menschliche
Stimme anhören kann, entstand die Annahme, dass die Seelen der
Verstorbenen sich in Schwanengestalt reinkarnieren.

Widmung: Dedicated in friendship to the „Silkroad Duo“: Wu Wei & Cagatay Akyiol

The movement 5 „Swan Dance“ ist dedicated to festival director Larisa Markosyan, Music Festival „Asia – Siberia – Europe“ in Krasnoyarsk, for her friendship since 2016.

Anmerkungen: Commissioned by MUSIC FESTIVAL "ASIA - SIBERIA - EUROPE" Krasnoyarsk 2026

Uraufführung:  15.09.2026 , State Opera Krasnoyarsk / Siberia

Uraufführung Interpreten: 15. September 2026 at 19:00 in the State Opera of Krasnoyarsk/Siberia at the 24th International Festival of Chamber Orchestra Music „Asia – Siberia – Europe“ with Wu Wei (Sheng), Cagatay Akyol (Harp), Krasnoyarsk Chamber Orchestra,
conducted by Maria Benyumova (including a broadcast recording)