enjott
Enjott (*1950), Studium Freiburg i.Br. (Dr. phil. 1977), 1979 bis 2012 Professur an der Hochschule für Musik und Theater München. Weltweit aufgeführte Werke, die auf über hundert CDs sowie online dokumentiert sind: 10 abendfüllende Opern, 18 Orgelsinfonien, 8 Orchestersinfonien, viele Solokonzerte, Sinfonik und Kammermusik, Musica Sacra mit 12 Oratorien sowie Chor- und Orgelmusik. Hunderte von Filmmusiken wie „Schlafes Bruder“, „Stalingrad“, „Stauffenberg“. Typisch ist sein ‚cross culture composing‘ als kreativem Kommunizieren mit Kontexten vergangener Zeiten (historische Dimension) oder anderer Kulturkreise (geographische Dimension). Dabei dominiert die Suche nach Essenz und Archetypus, oft in originaler Sprache, wie etwa die in chinesisch komponierte dreistündige Oper „Marco Polo“, die Oratorien „Abubu“ („Die Sintflut“) in altbabylonischer oder „Kabbala“ in hebräischer Sprache.
Von 2003 bis 2021 Aufsichtsrat der GEMA (auch als Aufsichtsratsvorsitzender), von 2013-2020 Präsident des Deutschen Komponistenverbandes, Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrats, auch Juror und Vorsitzender vieler Musik-Wettbewerbe.
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Ausführliche Version
Enjott ist ein deutscher Komponist... für Konzertsaal, Bühne, Film und Musica Sacra. Enjott träumt von einem universalen Erfassen der Welt, wobei die Suche nach dem Ursprung und nach den Archetypen des Seins zentral ist. Deshalb ist ihm ein ‚CCC‘ als ‚cross culture composing‘ wesentlich: die Urbilder des musikalischen Ausdrucks in vergangenen Zeiten zu suchen (historische Dimension) oder in den noch naturhaft verbliebenen Kulturkreisen (geographische Dimension). Musik ist für ihn Sprache des Universums und der Freiheit. Musik erreicht den Menschen in archaischer Unmittelbarkeit, auf den Wegen der Intuition, des Herzens und des Unterbewusstseins, - jenseits von Ratio oder diskursivem Wort. Für diese Freiheit und kulturelle Vielfalt jenseits der Dominanz des Mainstreams setzte sich Enjott als Komponist, Schriftsteller und in kulturpolitischen Gremien ein.
Er wurde am 25.5.1950 in Weil am Rhein geboren; studierte Musik, Musikwissenschaft, Germanistik, Linguistik in Freiburg i. Br. (Promotion Dr. phil. 1977). Nach Lehraufträgen (Staatliche Musikhochschule Freiburg und Universität Freiburg) wurde er 1979-2012 Professor an der Hochschule für Musik und Theater München (Professor für Musiktheorie, seit 1996 für Komposition). Von 1982-1992 auch ständiger Gastdozent an der HFF - Hochschule für Film und Fernsehen in München. GEMA-Aufsichtsrat von 2003-2021 (von 2012-2017 als Aufsichtsratsvorsitzender). Von 2013-2021 Präsident des Deutschen Komponistenverbandes, Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrates. Seit 2018 auch Mitglied in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Veröffentlichungen zur Musiktheorie, Neuer Musik, Musik in audiovisuellen Medien. Hauptwerk neben zahlreichen Schriften und Essays: "Die Kunst des Teilens. Zeit-Rhythmus-Zahl" München (Piper-Verlag) 1991, sowie "Handbuch Filmmusik" I und Handbuch Filmmusik II 1986 und 1990. Im Allitera-Verlag erschien 2020 die Monographie „Enjott Schneider“ und 2025 „Komponieren als Erkenntnis des Seins“.
Er komponierte Orgelwerke, (u.a. 18 Orgelsinfonien, Orgelkonzerte) und Chorwerke, Liederzyklen, Kammermusik, Orchester- und Bühnenwerke (zehn abendfüllende Opern). Schrieb die Musik zu über 500 Filmen, neben Kinofilmen wie "Herbstmilch", "Stalingrad", "Schlafes Bruder", "Wildfeuer", "Leise Schatten", "Das Mädchen Rosemarie" und "23 - Nichts ist so wie es scheint" auch TV-Movies wie „Stauffenberg“, „Die Flucht“, „Laconia“, „ Jahrestage“ oder TV-Serien wie "City Express", "Marienhof" , „Tatort“ oder "Weißblaue Geschichten". Schwerpunkt waren auch zahlreiche Dokufilmen ("Wunder von Leipzig", "Drama von Dresden", "Vatikan - Die Verborgene Welt"). 1990 Bayerischer Filmpreis für Filmmusik; 1991 Bundesfilmband in Gold für Filmmusik. Erhielt 2001 in Biarritz den „Fipa d’or“ (beste europäische Filmmusik) für den Soundtrack zum ARD-Vierteiler „Jahrestage“ (Regie: Margarethe von Trotta), 2009 Deutscher Fernsehpreis für „Die Flucht“ und „Nicht alle waren Mörder“, Preise für das Lebenswerk: beim Filmfestival Soundtrack Cologne 2015 und beim Deutschen Filmmusikpreis Halle 2019.
Sein Werk ist in über 100 CDs dokumentiert beim Label WERGO/ Schott Music, beim Label Ambiente Audio (Geistliche Musik und Kammermusik) sowie seit 2022 beim Label „Solo Musica“, ferner auf allen branchenüblichen Streaming-Portalen.
Typisch für das Schaffen ist eine extreme Vielseitigkeit von Avantgarde bis Film und das Charakteristikum, aus Gegensätzlichem kreatives Potential zu schlagen. Die kreative Arbeit geht dabei immer parallel mit schriftstellerischer Reflexion und kritischer Standortbestimmung ihres kulturpsychologischen und soziologischen Stellenwertes. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt in der von Asien inspirierten Musik, wovon viele Werke für traditionelle asiatische Instrumente ebenso Zeugnis abgeben wie die für "Chinese Orchestra" komponierten Werke. Aufführungen mit den Chinese Orchestras in Hongkong, Shanghai, Taiwan, Kaohsiung, Guangzhou, Singapore u.a.
Enjotts Komponieren - in hohem Maße auch vom kreativen Wert der Stille und des Schweigens fasziniert - umfasst Werke für die Kleinstbesetzung eines Soloinstruments, bis zum Gegenpol großdimensionierter Werke in monumentalen Ausmaßen. Diese imposanten Kompositionen sind in der Öffentlichkeit naturgemäß bekannter, - etwa Filmscores wie „Schlafes Bruder“ und „Stalingrad“ oder etwa die (in chinesischer Sprache komponierte) Oper „Marco Polo“ (2018) oder „Kriemhild“ (2023). Bereits seine „Sinfonie Nr. 1 Lied an das Leben" (1999) wurde 90minütig in opulenter G. Mahler-Besetzung aufgeführt, neben großen Oratorien zu Augustinus, Hildegard von Bingen, Sankt Gallus oder Bernhard von Clairveaux stehen auch drei weltliche Zyklen der Chorsinfonik wie das „Rilke-Oratorium“ (1997), „Orbe Rotundo“ (2010) als Schwesterwerk zu Orffs "Carmina Burana" oder das in altbabylonischer Keilschrift-Sprache komponierte und gesungene „Abubu – Die Sintflut“ (2023). In drei großen Oratorien der letzten Jahre wurde eine spirituelle “Summa“ gegeben: 2024 in den „Beatitudines - Seligpreisungen“ zum 1300jährigen Jubiläum der Erzdiözese München, 2025 in der 80minütigen Schöpfungsgeschichte „Creatio“ sowie in dem (in hebräischer Sprache komponierten) chorsinfonischen Werk „Kaballa - Wege des Lichts“. Großflächig zeigt sich auch sein Zyklus von bislang 18 Orgelsinfonien in den ausladenden Dimensionen der französischen Orgelsinfonik.
Mehrere Kompositionen überraschen neben ungewöhnlichen Besetzungen auch durch Wildheit und Frechheit: etwa „hip, trash & hop - recycling symphony“ (2023), wo auf Plastik und Mülltonnen musiziert wird, etwa „Berlin Punk“ für vier Saxophone (2017), wo die Punk-Ästhetik auf das klassische Orchester übertragen wurde; in „Machine Worlds“ (2018) wird auf Schrott-Metall musiziert, im „Minuten-Tristan“ sind 12 Pianisten beschäftigt und in „Cornissimo“ 225 Hornisten.
Die Aufführungsorte dieser Werke - meist mit erstklassigen internationalen Interpreten - reichen quer über alle Erdteile. Dies verbunden mit Jury- und Lehr-Tätigkeiten sowie als 'composer in residence' etwa in Krasnoyarsk (Sibirien), Beijing, Harbin und Guangzhou (China), Manaus an der Amazonas University (Brasilien).