Concerto for Tuba & Orchestra DARKNESS OF MYTHS

Mythisches Dunkel - Rumänisches Sagenbuch

Concerto for Tuba & Orchestra DARKNESS OF MYTHS

Mythisches Dunkel - Rumänisches Sagenbuch

Kategorie:  Symphonie / Orchester

Kaum ein Land kann solch einen Reichtum an Mythen und Sagen aufweisen wie Rumänien, jenes geheimnisvolle Gemenge der Daker, Römer und anderer Stämme, die letzlich zu den weit ins vorchristliche Jahrtausend zurückweisenden Thrakern gehören. Die so wilde wie dunkle Welt der Karpaten war stets ein geheimnisvoller Rückzugsort, in dem uraltes Kulturgut, Rituale und Symbiosen von Mensch und Natur authentisch erhalten blieben. Als Schnittstelle zum antiken Griechenland, Türkei, zu Mesopotamien und Zentralasien finden sich in Rumänien Rituale und Bräuche, die anderswo längst von technologischen Zivilisationen rational überbaut worden sind.
Kaum ein Instrumentalklang wie jener der dunklen, kraftvollen und in ihrem Reichtum unbekannten Tuba ist geeigneter, den Geist dieser naturhaften und von Wildheit geprägten Wunderwelt der Karpaten und Transsilvaniens auszudrücken: Überraschung pur! Ein Tubakonzert, das die staunenswert virtuose Vielfalt vorstellt, aber auch suggestiv in vergangene Welten zu führen weiß, - wie Kino im Kopf. Ein Auftragswerk für den aus Rumänien stammenden Tubavirtuosen Siegfried Jung.

Sätze: 1: DER WOLF – KRAFTTIER DER AHNEN
2: STRIGOI - DER SCHWARZE PFAD
3: CANTECUL ZORILOR – GESANG DER DÄMMERUNG
4: MARTISOR – DER GLAUBE AN DAS LICHT

Notenausgabe: Ries & Erler Musikverlag , 2026

Besetzung: Tuba (F) solo,
2 Flutes (2nd also Piccolo), 2 Bassoons, Harp, Timpani, 2 Percussions,
Large String Orchestra (Vl 1-3, Vla 1-2, Vc 1-2, Cb)

Perc 1: Timpani, Triangle, Claves
Perc 2: Vibraphone, Chimes, Tamtam, Crashmetal, Triangle, Chinese Cymbal, Tomtom, Tubular Bells
Perc 3: Glockenspiel, Große Trommel, woodblock, Waterphone, 3 suspended Cymbals

Soloinstrumente: Tuba

Vorwort: Kaum ein Land kann solch einen Reichtum an Mythen, Sagen und Märchen aufweisen wie Rumänien, jenes geheimnisvolle Gemenge der Daker, Römer und anderer Stämme, die letzlich zu den weit ins vorchristliche Jahrtausend zurückweisenden Thrakern gehören. Die so wilde wie dunkle Welt der Karpaten, mit 1500 km Länge eines der größten Gebirge Europas bot bei Krieg, Krisenzeiten und Verfolgung Schutz und war ein Rückzugsort, in dem uraltes Kulturgut, Rituale und Symbiosen von Mensch und Natur authentisch erhalten blieben. Etwa 800 Kilometer der Karpaten liegen auf dem heutigen Staatsgebiet Rumäniens mit Transsilvanien als Zentrum. Als Schnittstelle zum antiken Griechenland, Türkei, zu Mesopotamien (dem Ursprungsgebiet aller Zivilisationen), zum Vorderen Orient und Zentralasien finden sich in Rumänien kulturelle Relikte, Rituale und Bräuche, die anderswo längst von technologischen Zivilisationen rational überbaut worden sind.
Kaum ein Instrumentalklang wie jener der dunklen, kraftvollen und in ihrem Reichtum unbekannten Tuba ist geeigneter, den Geist dieser naturhaften und von Wildheit geprägten Wunderwelt der Karpaten und Transsilvaniens auszudrücken: Überraschung pur!
Anmerkung zu den Sätzen:
1: Der Wolf ist Krafttier und Ahne in der dakischen Mythologie: sogar der Name der ‚Daker‘, den antiken Vorfahren der Rumänen geht auf das phrygische „daos“ (Wolf) zurück. Der Große Weiße Wolf ist oberster Wächter der Wölfe, der bei Gefahr die Wolfsseelen versammeln kann, um das Land zu verteidigen. In den Mythen ist der Wolf ein Gestaltwandler, kann zwischen Mensch und Tier oszillieren, - etwa beim Werwolf oder bei den blutsaugenden Strigoi. Abseits der Dämonen gibt es aber auch den guten Wolf als Beschützer des Menschen, wie es aus der Loyalität von Hunden bekannt ist. Übrigens: bis ins heutige Rumänien verweist die ungelöste Plage der Strassenhunde auf die Dominanz der wölfischen Wildheit.
2: Strigoi als Untote, blutsaugende Vampire – Dracula ist wohl der bekannteste Mythos – gehören zum Kern des Volksglaubens. In den Karpaten gibt es mehrfach „Schwarze Pfade“ als Waldstriche, in denen immer wieder Mensch und Tier spurlos – oder allenfalls ominöse Spurhinweise hinterlassend – verschwinden. Etwa im transsilvanischen Hoia-Baciu, dem ‚Bermuda-Dreieck von Europa‘, Hotspot von UFO-Sichtungen und vieler Sagengeschichten.
3: „Canticul zorilor“ sind als „Gesänge der Dämmerung“ Teil der Bestattungsriten, die weit in die archaische Vorzeit zurückreichen und vor allem von Klagefrauen in jenen drei Tagen vor der Beerdigung zelebriert werden. Sie hängen eng mit dem Wissen um die Seele („Sufletul“) zusammen, die sich in diesen Tagen aus dem Körper löst. Im Gesang der Abenddämmerung verlässt die Seele den Körper, im Gesang der Morgendämmerung tritt die Seele dann neu ins wiedergewonnene Jenseits ein. Die rumänische Vorstellung, dass ein Tod in der Dämmerung hilfreich erleichternd und höchstes Ziel sei, ist in Europa einzigartig: man kennt dies vor allem aus Asien, etwa in Armenien, wo der Dämmerungsstunde ebenfalls große Wirkträchtigkeit beim Sterben zuerkannt wird. Als Tonmaterial für die Morgendämmerung eine der schönsten indischen Skalen benutzt, - den „Rag Lalitha“, der ausdrücklich am frühesten Morgen zu musizieren ist
4: Der ‚Glaube an das Licht‘ oder auch der ‚Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit‘ sind Herzstück der rumänischen Mythologie und in unzähligen Sagen und Mythen überliefert. Sehr bekannt ist der „Martisor“ (deutsch: „Märzchen“) als uralter Brauch, wo immer am 1. März rot-weiße Glücksbänder geflochten und verschenkt werden, - als Symbol des Frühlingsanfangs und Erneuerung von Natur und Leben. Eine der vielen Sagen dazu berichtet von der Sonne, die sich in Menschengestalt wandelte, um mit den Dorfbewohnern „Hora“ (ein rumänischer Volkstanz) tanzen zu können. Der böse Drache entführte die Sonne, sperrte sie in ein Verlies und Finsternis peinigte die Menschen. Ein junger Held besiegte schließlich den Drachen, befreite die Sonne, die wieder Licht, Leben und Wärme spenden konnte. Er bezahlte dies aber mit seinem Tod durch den Drachen: das rote Blut leuchtete im weißen Schnee des ausgehenden Winters. Seit diesem Tage weben die Frauen aus roten und weißen Fäden die Märzchen als Glücksbändern. Das Gute hat das Böse besiegt.

Widmung: Dedicated in honour of Siegfried Jung, the inspirator and master of the tuba /
In Verehrung Siegfried Jung gewidmet, dem Inspirator und Meister der Tuba