Kategorie:  Symphonie / Orchester , Chor / Vokal , Oper / Musiktheater

K R I E M H I L D - für Sprecher, Sopran, Chor, Orchester und Sounddesign & Elektronik.
Das legendäre Nibelungen-Epos der wehrhaften Männer wie Siegfried oder Hagen von Tronje wird hier als Oper bzw. als chorsinfonisches Live-Hörspiel aus der Sicht einer Frau erzählt: Kriemhild ist nämlich – nur wenigen bewusst – die tragende Hauptfigur des Nibelungen-Liedes. Kriemhild wird gegen ihren Willen zur tragischen Figur und schließlich zur rücksichtslosen Bestie. Sie steht so in einer Linie mit den Frauen der griechischen Tragödien wie Medea, Elektra, Klytaimnestra oder der biblischen Salome. Ein großer Stoff, in dem es um archaische psychologische Muster und um die grausame Mechanik von anscheinend vorgezeichnetem Schicksal geht.
Warum eine „Kriemhild“ in unserer Zeit? Das dramaturgische Muster eines unabwendbaren Hineinstrudelns in eine klar vorhersehbare Katastrophe erinnert an den aktuellen Wahnsinn auf unserem Planeten: der überall aufflammende Neo-Nationalismus und die allgegenwärtigen Kriegstreibereien führt genauso zur selbstmordartigen Selbstvernichtung wie die von Geldgier getriebene Zerstörung unseres ökologischen Systems, der Wälder, Flüsse und Meere. Jeder sieht die logische Mechanik der Selbstzerstörung und des bitteren Endes, - aber niemand bringt die Kraft einer notwendigen Umkehr auf. Das ist „Kriemhild aktuell“!

Sätze: TEIL I:
1: Prolog "Nibelheim - Welt des Nebels und der Finsternis" / 2: Rezitation: Beginn des Nibelungenliedes / 3: Kriemhilds "Falkentraum" / 4: Rezitation: Von Siegfried / 5: Intermezzo: Der Linddrache / 6: Kriemhilds Schönheit / 7: Intermezzo "Die Eroberung der Brunhild" / 8: Rezitation und Melodram / 9: "Kriemhild in Siegfrieds Reich" / 10: Rezitation / 11: Verschwörung gegen Siegfried / 12: Siegfrieds Tod / 13: Kriemhilds Trauer / 14: Epilog

TEIL II:
15: König Etzels Brautwerbung / 16: Nach Passau / 17: Hochzeit mit König Etzel / 18: Kriemhilds Plan der Rache / 19: Abreise ins Hunnenland / 20: An der Donau / 21: Markgraf Rüdiger / 22: Ankunft in Etzelburg / 23: Die Nibelungen bei Kriemhild / 24: Wie Hagen und Volker Schildwacht standen / 25: Der offene Streit / 26. Saalschlacht / 27: Nach der Schlacht / 28: Wie Kriemhild den Saal verbrennen ließ / 29: Wie Markgraf Rüdiger erschlagen ward / 30: Wie fast alle Ritter erschlagen wurden / 31: Kriemhilds Rache / 32: Kriemhilds Tod / 33: Epilog

Dauer: 110 Minuten

Notenausgabe: Selbstverlag beim Autor. Satz: Henry Koch (Berlin) www.notenkoch.de , Partitur, Klavierauszug, Stimmen sowie Zuspielungen (Wav-Format) sind beim Autor erhältlich. , 2023

Besetzung: Sopran
Sprecher
Chor (S A T B)
Orchester:
2 Flöten (2. auch Piccolo)
Oboe
Klarinetten 1+2
Fagotte 1+2
2 Hörner
2 Posaunen (T/B)
Basstuba
Harfe
Pauke
Percussion 1-3
Keyboard (Celesta, Saitenklang, Synthesizer)
Violine 1+2
Viola 1+2
Violoncello
Kontrabass
Dazu Tonzuspielungen mit Sounddesign/Elektronik

Textdichter: Enjott Schneider nach dem Nibelungenlied in der Übertragung durch Carl Simrock (1802-1876)

Vorwort: Vorwort des Komponisten:
Das legendäre Nibelungen-Epos der wehrhaften Männer wie Siegfried oder Hagen von Tronje wird hier als chorsinfonisches Live-Hörspiel aus der Sicht einer Frau erzählt: Kriemhild ist nämlich – nur wenigen bewusst – die tragende Hauptfigur des Nibelungen-Liedes. Mit ihr und dem „Falkentraum“ beginnt dieses überdimensionale Opus der deutschsprachigen Literatur und mit ihr endet es, wenn durch ihre unbeirrbare Rache auch die letzten Helden wie ihre Königsbrüder Giselher, Gernot und Gunter oder auch Hagen von Tronje umgekommen sind. Es ist die Geschichte einer von edlen Idealen beseelten Frau, die in Reinheit zu leben und das Leid zu meiden versucht, - aber dann gegen ihren Willen zur tragischen Figur und schließlich zur rücksichtslosen Bestie wird. Kriemhild steht so in einer Linie mit den Frauen der griechischen Tragödien wie Medea, Elektra, Klytaimnestra oder der biblischen Salome. Also: ein großer Stoff, in dem es um archaische psychologische Muster und um eine grausame Mechanik von anscheinend vorgezeichnetem Schicksal geht.
Warum eine „Kriemhild“ in unserer Zeit? Das dramaturgische Muster eines unabwendbaren Hineinstrudelns in eine klar vorhersehbare Katastrophe erinnert an den aktuellen Wahnsinn auf unserem Planeten: der überall aufflammende Neo-Nationalismus und die allgegenwärtigen Kriegstreibereien führt genauso zur selbstmordartigen Selbstvernichtung wie die von Geldgier getriebene Zerstörung unseres ökologischen Systems, der Wälder, Flüsse und Meere. Jeder sieht die logische Mechanik der Selbstzerstörung und des bitteren Endes, - aber niemand bringt die Kraft einer notwendigen Umkehr auf. Das ist „Kriemhild aktuell“!
Das mittelalterliche Heldenepos spielt schon in älterer Zeit wie beispielsweise die Parallellität des Hunnenkönig Etzels mit dem historischen König Attila (verstorben 453) nahelegt. Chronologischer Anhaltspunkt ist auch die Zerschlagung des Burgunderreiches um Worms, die 436 im heroischen Zeitalter der germanischen Völkerwandung stattfand. Die „Nibelungen“ wurden jedoch um 1200 in mittelhochdeutscher Sprache schriftlich aufgezeichnet, - und zwar im Passauer Raum. Nach einem stabilen und inzwischen einmütig akzeptierten Gerüst der germanistischen Forschung ließ der Passauer Bischof Wolfger von Erla das Epos aufzeichnen. Dafür sprechen viele lokale Ortskenntnisse oder die Akzentuierung des früheren Passauer Bischofs Pilgrim, der dort 971-991 wirkte. Die Quellenlage der 37 bekannten Handschriften kann hier nicht weiter erörtert werden, weil sie mit komplexen philologischen Zusammenhängen verbunden ist.
Neben der in mittelhochdeutsch gehaltenen Einleitung beruht das Libretto von „Kriemhild“ auf der verbreiteten Übertragung durch Carl Simrock (1802-1876) aus dem Jahre 1868. Dabei wurde behutsame Modernisierungen einzelner Worte vorgenommen.

Anmerkungen: Auftragswerk der Passauer Festwochen für das Eröffnungskonzert 2023

Uraufführung:  01.07.2023, Passau, Dreiländerhalle

Uraufführung Interpreten: Uraufführung / Premiere:
am 1. Juli 2023 in der Dreiländerhalle Passau
mit
Miroslav Nemec (Sprecher)
Theresa Pilsl (Sopran)
Chor und Orchester des Konzertvereins Passau
Ltg.: Markus Eberhardt
Sounddesign Friedrich M. Dosch
Elektronik/Tonzuspielungen: Enjott Schneider
Videodesign: Sophie Lux
Intendant und ausführender Produzent: Dr. Carsten Gerhard