FÜRST PÜCKLER Ich bin ein Kind der Phantasie - Oper
"Fürst Pückler", eine ebenso große wie vergessenen deutschen Leitfigur: faustisch, neugierig, wagemutig, Kosmopolit, europäisch, Reisender, Schriftsteller, introvertierter Hochromantiker mit Todessehnsucht". Mit einer unglaublichen Zahl von Damenbekanntschaften, von denen er (nach seiner Biographin Ludmilla Assing) mehr als Don Juan und Jupiter zusammen hatte. Umwerfend, seine Wahnidee des arbeitsamen Künstlers, seine Verpflichtung vor Gott, ein von frühmorgens bis spätabends tätiges Leben auf Hochtouren zu führen. Diese Seelenverwandtschaft war mir extrem nahe.
Innerhalb weniger Wochen entstand deshalb das Libretto, das genauso präzise recherchiert war, wie das Drehbuch zu einem Dokufilm: die Szenerien sollten möglichst original und wahrheitsgetreu sein (von der Gruftszene am Opernbeginn bis zur anatomischen Zerlegung des Leichnams - Auflösung von Herz und Leichenteilen in konzentrierter Schwefelsäure - am Opernende).
Es ging mir um das emotionale Verlebendigen der Person Pücklers, - als Multinaturell, als Kosmopolit, als faustischen Sucher, als waghalsige Spielernatur und unermüdlichen Arbeiter. Vieles an dieser Person ist unglaublich modern. Etwa Pücklers Seite als erster "Öko"-Denker, wenn er immer wieder die "Überlegenheit des natürlichen Lebens" (das er vor allem in Afrika in Reinform fand) betonte. Ein Leitsatz der Oper ist Pücklers "Wir sehnen uns so sehr nach der Freiheit der Bäume!"