Kategorie:  Kammermusik

Ein Klavierquintett zu "Stille": „Pablo Neruda und die Stille“ handelt von der Kunst, sich mit dem wahren Wesen des eigenen Seins zu verbinden. Das Gedicht gilt als eines der schönsten der Lyrik-Geschichte. Es ist eine Einladung, vor allem durch die Rückkehr zur Natur wieder am wesentlichen Sein teilzunehmen. Stille ist als Gegenkonzept zur Welt der Maschinen, zur künstlichen inhumanen Welt und zu Krieg verstanden. Die Stille ist der Zauberspruch, mit dem man den mechanischen Lärm der Autos, Läden, der schlaflosen Industrien und Städte stoppen kann!

Sätze: 1: Llamamos a la puerta del silencio / Lasst uns an’s Tor der Stille pochen
Motto: Ahora contaremos doce / y nos quedamos todos quietos / Seria un minuto fragante. (Lasst und jetzt bis zwölf zählen / und wir stehen alle still / das wäre eine Minute voller Duft)

2: Fragmentos de lo inaudible / Fragmente des Unhörbaren

3: El poder del silencio / Die Macht der Stille
Motto: Un gran silencio pueda interrumpir esta tristeza, este no entendernos jamas y amenazarnos con la muerte (Ein großes Schweigen könnte diese Traurigkeit unterbrechen, dieses Sich-nicht-Verstehen, dieses Sich- mit-dem-Tode-bedrohen)

Dauer: 10 Minuten

Notenausgabe: Ries & Erler Musikverlag Berlin , 2020

Besetzung: Violine 1+2, Viola, Violoncello, Klavier

Vorwort: STILL SEIN – CALLARSE für Klavierquintett (nach einem Gedicht von Pablo Neruda)


Vorwort:
„Pablo Neruda und die Stille“ handelt von der Kunst, sich mit dem wahren Wesen des eigenen Seins zu verbinden. Das Gedicht gilt als eines der schönsten der Lyrik-Geschichte. Es ist eine Einladung, vor allem durch die Rückkehr zur Natur wieder am wesentlichen Sein teilzunehmen. Stille ist als Gegenkonzept zur Welt der Maschinen, zur künstlichen inhumanen Welt und zu Krieg verstanden. Die Stille ist der Zauberspruch, mit dem man den mechanischen Lärm der Autos, Läden, der schlaflosen Industrien und Städte stoppen kann!
Dies alles nur eine Minute, einmal langsam bis zwölf zählen und still zu sein: es wäre eine eklatante Minute ohne Eile, ohne Autos, eine Minute in der alle Menschen vereint wären. Das Schweigen als kreativer Atem, der uns erlaubt, auf eine ganz andere Weise zu existieren: in einer Welt des Respekts und Miteinanders. Das Schweigen als Sinn-Perspektive, die über jede Kommerzialität, über Profitdenken und Egoismus hinausgeht.
Viele musikalische Werke haben uns schon in die Stille geführt. Exponiert darf ich an Claude Debussys (1862-19818) und seinem „Musik ist die Stille zwischen den Tönen“ erinnern, an viele Werke von Morton Feldman (1926-1987), von Giacinto Scelsi (1905-1988) oder von Toru Takemitsu (1930-1996), ...oder dezidiert an 4‘33‘‘ („four thirty-three“) von John Cage, das er 1952 mit Radikalität als Schlüsselwerk der Neuen Musik etablierte. Den Gedanken eines „Silent Prayer“ hatte Cage schon in den 40er Jahren bei der Beschäftigung mit dem japanischen Zen-Buddhismus und auch den „White Paintings“ von Robert Rauschenberg. - Das Klavierquintett „STILLSEIN – CALLARSE“ führt assoziativ zu Aspekten der Stille, in die von (weiter Ferne kommend) gelegentlich Fragmente geräuschhafter Hektik der Maschinenwelten und der urbanen Leerläufe einbrechen.

Widmung: Für Oliver Triendl herzlich gewidmet

Uraufführung:  22.11.2020, Zorneding - Martinstadl

Uraufführung Interpreten: 22. November 2020 um 17.00 und 19:30 im Martinstadl Zorneding, mit dem Schumann Quartett und Oliver Triendl (Klavier), im 3. Abonnement-Konzert des Kulturvereins Zorneding-Baldham e.V., Mitschnitt durch BR Klassik des Bayerischen Rundfunks