Kategorie:  Chor / Vokal , Orgel / Sacred Music

Ein vielgesungenes SALVE REGINA für sechs Stimmen (z.B. Frauenchor oder Knabenchor) mit dem glitzernden Klang einer Triangel. Wohlklang in Tradition des höfischen Minnesangs des Mittelalters, wo die Marienverehrung als Fortsetzung der Frauenverehrung - initiiert von Mystikern wie dem Heiligen Bernardus - ihren Ausgang nahm.
Die Uraufführung war 2015 in Kuba bei der "Segunda Semana de la Música Sacra de La Habana" unter Leitung von Kunibert Schäfer, der auch die CD-Einspielung von 2022 mit dem Ensemble ART VOKAL dirigierte.

Ein kurzer Video-Trailer lässt sich unten beim ersten Photo durch Klick auf den Pfeil starten!

Dauer: 5 Minuten

Notenausgabe: Strube-Verlag München , EDITION 6852 , 2014

Besetzung: Chor mit Sopran 1+2, Mezzosopran 1+2, Alt 1+2
sowie einer möglichst zweimanaualigen Orgel.
Die Triangel kann auch von einer Choristin gespielt werden

Textdichter: Hermannus Contractus (1013-1054)

Vorwort: Die marianische Antiphon SALVE REGINA ist für mich ein archaischer Text, der in seinem Marien-Bezug ein weibliches Gegenstück zum eher männlichen PATER NOSTER ist. Dass der Sage nach Bernhard von Clairvaux im Speyrer Dom die Schlußzeile „O clemens, o pia“ dazugedichtet habe, gilt inzwischen als widerlegt. Doch steht die neuartige – auch vom heiligen Bernhard vertretene - Marienverehrung jener Zeit im Kontext der allgemein in den höfischen Minnegesängen und Dichtungen der Trouvères sich etablierenden Frauenverehrung und Anerkennung von „Liebe“ als literarischem Sujet.  Aus diesem Geiste heraus ist auch das vorliegende SALVE REGINA komponiert und kolportiert eine – in die Moderne projizierte - harmonisch farbige und von „Süße“ geprägte Tonsprache jener Zeit. Die melodischen Zitate entstammen der vielgesungenen Version des belgischen Barockkomponisten Henri Dumont (1610-1684).
       SALVE REGINA hießen bereits Sätze aus meiner Orgelsinfonie Nr. 2 „Die Marianische“ und der Orgelsinfonie Nr. 14 „Die Romanische“. Diese Einzelsätze können in Konzertprogrammen als stimmige Umrahmung dieser Chorversion gespielt werden. 
 

Widmung: Kunibert Schäfer anlässlich der "Segunda Semana
de la Música Sacra de La Habana" herzlich gewidmet

Anmerkungen: Text von Hermannus Contractus (1013-1054):
Salve, Regina, mater misericordiae,
vita, dulcedo, et spes nostra, salve.
Ad te clamamus exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia, ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, O pia, O dulcis Virgo Maria. Amen.
 
 
Deutsche Übersetzung:
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, uns're Wonne
und uns're Hoffnung, sei gegrüßt.
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, uns're Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu,
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
 

Uraufführung:  08.03.2015, Kathedrale von Havanna/Kuba bei der „2. Woche der Musica Sacra Havanna“

Uraufführung Interpreten: Frauenchor „Ensemble Vocal Luna“ (Dirigentin und Einstudierung Wilmia Verrier) unter Leitung von Kunibert Schäfer
(Nachstehend 2 snapshots, die provisorisch mit Handy aufgenommen wurden)

Tonträger:  Ambiente Audio,  2023

Tonträger Interpreten: Ensemble ART VOKAL, Leitung: Kunibert Schäfer auf der CD "SYMPHONIALIS EST ANIMA. CHORWERKE VON ENJOTT SCHNEIDER", Triangel: Antonino Secchia