Kategorie:  Symphonie / Orchester , Kammermusik , Recordings

Das Cellokonzert Nr. 2 - nur mit Streichorchester - bezieht sich auf Carlo Gesualdo (1560-1613), eine der kühnsten wie rätselhaftesten Komponistenfigueren. Seine Madrigalkunst weist harmonisch weit in Wagnersche Zeiten vor und ist für seine Epoche beispiellos. Hintergrund des „Todes“ als permanentes Motiv des Komponierens ist seine Ermordung der schönen Ehefrau Maria d’Avalos.
Das Cellokonzert greift die dunkle Süße auf, die Gesualdos Madrigalkunst beherrscht und die in keinem seiner Madrigale so auf den Punkt gebracht ist wie in Moro, lasso, al mio duolo aus seinem Todesjahr 1613 (aus dem 6. Madrigalbuch). Die plakativen Akkordfolgen Cis-Dur / a-moll / H-Dur/ G-Dur werden leitmotivisch aufgegriffen.
Parallel dazu gibt es auch ein Viola-Konzert und ein Streichquintett (Vl1+2, Vla, Vc1+2).

Mit Click unten auf die zwei gelben Photos gelangt man zu zwei YouTube-Trailern, 1) mit Laszlo Fenyö und dem DSO Berlin, 2) mit Lidy Blijdorp und der Nederland Strijkersgilde.

Sätze: 1: PROLOGO
...armonie mortali

2: CANTILENA
...la bellezza di Maria d’Avalos

3: BALLO MORTALE (I)

4: RICERCARE

5: Ballo Mortale (II)

6: PASSACAGLIA DELLA MORTE
...morire d’asfissia su un’altalena

Dauer: 16 Minuten

Notenausgabe: Strube-Verlag München , Edition 1702 Klavierauszug Partitur Stimmen , 2015

Besetzung: Violoncello solo und Streichorchester (mindestens 6-5-4-3-2)

Soloinstrumente: Violincello

Vorwort: Carlo Gesualdo (1560-1613) ist eine der kühnsten wie rätselhaftesten Komponistenfigueren. Seine Madrigalkunst weist harmonisch weit in Wagnersche Zeiten vor und ist für seine Epoche beispiellos. Hintergrund des „Todes“ und „Schmerzes“ als permanentes Motiv des Komponierens ist seine Ermordung der schönen Ehefrau Maria d’Avalos, wonach er in Depression und Isolation verfiel... und eben eine Radikalität des Tonsatzes etablierte, die nur vor diesem Hintergrund verständlich ist.
Die vorliegende Komposition greift die dunkle Süße auf, die Gesualdos Madrigalkunst beherrscht und die in keinem seiner Madrigale so auf den Punkt gebracht ist wie in Moro, lasso, al mio duolo aus seinem Todesjahr 1613 (aus dem 6. Madrigalbuch). Die plakativen Akkordfolgen Cis-Dur / a-moll / H-Dur/ G-Dur werden leitmotivisch aufgegriffen und in Nr. 1 PROLOG vorgestellt. In Nr. 6 PASSACAGLIA DELLA MORTE werden sie zu einer achttaktigen Passacaglia-Folge ergänzt. Diese Schlußmusik nimmt in ihrem Wanken, Gleiten und Glissandieren auch Bezug auf die überlieferte grausame Ermorderung seines Kindes: in einer Schaukel im Hof des Schlosses festgezurrt wurde es mit Chor-Harmonien über Tage beschallt... bis es starb.

Widmung: Julius Berger in Freundschaft zugeeignet

Uraufführung:  29.03.2015, Palmsonntag 29.3.2015 St. Nikolaus Herrsching am Ammersee

Uraufführung Interpreten: mit Julius Berger (Violoncello)
begleitet vom COLLEGIUM BRATANANIUM, Ltg.: Johannes X. Schachtner

Tonträger:  WERGO / Schott Musik,  2015

Tonträger Interpreten: Auf der CD "FATAL HARMONIES - WORKS FOR VIOLONCELLO" spielt Laszlo Fenyö, begleitet vom DSO Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.: Ariel Zuckermann

THE AUDIO-EXAMPLES ABOVE ARE BASED ON THIS CD-RECORDING