NEW CDS in 2021

 

Im Januar 2021 ist beim Label Ambiente Audio in meiner „Chamber Music Series“ CMS Vol. 2 eine Beethoven-Hommage NUR WER DIE SEHNSUCHT KENNT. Es war mein Wunschprojekt im Beethoven-Jahr 2020, Freundinnen und Freunde einzuladen, etwas rund um Beethovens „Mignon“-Vertonung (Text: J.W. von Goethe) NUR WER DIE SEHNSUCHT KENNT  zu komponieren… das ist passiert, im November mit viel intelligenter Kreativität eingespielt…. hat in Kritiken positive Resonanz gezeitigt und ist von der Jury des „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ für die 2. Vierteljahrsliste 2021 nominiert worden. Übrigens mit einem vorbildlichen weiblichen Anteil, denn fünf der sieben composers sowie die griechische Dirigentin sind Frauen…. Ich freue mich auch sehr über die mir gewidmeten Kompositionen und habe selber zwei Novitäten beigesteuert: das Trio SEHNSUCHT für Sopran, Klarinette und Klavier sowie das Klavierstück DESPAIR & LONGING. WITH BEETHOVEN…BEYOND ALL TIME. Danke an die vielen mitwirkenden Kreativköpfe, die ich hier alle gar nicht nennen kann.

  Im Frühjahr eingespielt und eben im Mai bei Ambiente Audio als CMS 3erschienen: MOMENTS OF SILENCE „Hackbrett in Concert“. Leise Musik, Musik der Stille von ganz besonderem Flair, denn die CD beinhaltet 70 Minuten Musik für den intimem glockenartigen Hackbrett-Klang, - gespielt von Birgit Stolzenburg, die mit wechselnden Kammermusikpartner in unbekannte Hörwelten führt: Hackbrett mit Klarinette (Slava Cernavca), mit Flauto dolce (Iris Lichtinger), mit Streichquartett (Seraphin Quartett), mit Sopran-Vokalise (Gabriele Steck), mit Orgel (Harald Feller) und mit zweitem Duo-Hackbrett (Lisa Schöttl). – Die Kraft der Stille kompositorisch auszuloten ist seit vielen Monaten mein Schwerpunkt, so etwa 2020 schon im Klavierquintett „Callarse“ – Stille (nach Pablo Neruda) oder in den „Silent Preludes“ für Orgel und Elektronik. 

    In der Welt der Stille ist die ausschwingende Klangwelt des Hackbretts unübertroffen. Nicht umsonst nannte man dieses Instrument „dulce melos“ (lieblicher Klang, süßes Lied), was in der französischen Bezeichnung „doulcemèr“ oder im englisch-irischen „dulcimer“ noch erkennbar ist. Man findet das Hackbrett in allen Kulturen: vom mittelalterlichen oder barocken Psalterium, dem italienischen Salterio bis zur zarten finnischen Kantele, dem ungarisch-osteuropäischen Cymbalon, der ukrainischen Bandura, der persischen Santur, dem chinesischen Yangqin oder dem thailändischen Khim.

Mit der Solistin Birgit Stolzenburg, Professorin an der Münchner Hochschule für Musik und Theater, verbindet mich eine schon längere Zusammenarbeit. Ihr Ziel ist es, das Image des Hackbretts aus dem Kontext der alpenländischen Volksmusik zu lösen und wieder zur musikalischen Kunstmusik rückzuführen, wo es einst in Mittelalter und Renaissance beheimatet war.

        Als Retrospektive meiner filmmusikalischen Arbeit hat das Label Alhambra im März 2021 ein 3CD-Set MUSIK IN DOKUMENTAR-FILMEN. HÖR-REISEN ZUM FREMDEN UND UNBEKANNTEN veröffentlicht, komponiert, dirigiert und produziert von Enjott Schneider. Musik im Dokufilm zu schreiben mir ist eine größere Herausforderung als im Spielfilm: dort sind die Drehbücher und Sujets recht konventionell und klischeeartig. Die Dokumentationen hingegen verlangen Recherchen und Klangexperimente – auch gerade in Begegnungen mit fremden Kulturen – welche inspirierend sind. Thematisch führen die vertonten Filme in heterogene Richtungen: landschaftlich quer über den Erdball in den FÄHRPASSAGEN – berühmte Wasserstrassen, nach SARDINIEN, in neu entdecktes Deutschland in den Serie HESSEN VON OBEN oder BAYERN!, in ARMAGEDDON, im Film EVOLUTION OF NETWORKS der Weltausstellung Sevilla und in und in 2057 – DIE WELT IN 50 JAHREN wird in die Zukunft geblickt, in zwei Filmen über AUSCHWITZ hingegen in eine dunkle und sehr emotional evozierte Vergangenheit.