Kategorie:  Symphonie / Orchester

Wasser ist ein bedeutendes Sinnbild um das Wesen des Dao zu verstehen.
Laotse’s Feststellung „die höchste Gottheit ist wie Wasser“ (im 8. Kapitel des Dao de Jing) eröffnet die zentralen Aspekte des „richtigen Weges“: das Weiche und Sanfte kann zum Harten und Starken werden, Wasser ist die Essenz vom rechten Pfad, denn es fliesst immer zu den unteren Orten.

Sätze: 1: Water is the way of Dao / Wasser als Weg des Dao
2: Garden of pearly fountains / Im Garten der funkelnden Brunnen
3: Secret of lowest places / Geheimnis des Tiefen
4: Moon over Erquan Springs / Mond über den Erquan Quellen
5: Water – the hidden shape of power / Wasser – verborgene Gestalt der Kraft

Dauer: 23 Minuten

Notenausgabe: Ries & Erler Musikverlag Berlin , 2019

Besetzung: Solo 1: concert flute, alto flute
Solo 2: concert flute, piccolo flute
Oboe
2 clarinets in Bb (2nd also bass clarinet)
Bassoon
2 french horns
Harp
Percussion 1: Timpani, triangle, claves, suspended cymbal, bell stick (Glockenrassel)
Percussion 2: Bass Drum, Tamtam, Glockenspiel, Tempelblocks, triangle, 3 suspended cymbals, eastern gong
String orchestra

Soloinstrumente: Flöte

Vorwort: Wasser ist ein bedeutendes Sinnbild im Daoismus um das Wesen des Dao zu verstehen.
Laotse’s Feststellung „die höchste Gottheit ist wie Wasser“ (im 8. Kapitel des Dao de Jing) eröffnet die zentralen Aspekte des „richtigen Weges“: das Weiche und Sanfte kann zum Harten und Starken werden, Wasser ist die Essenz vom rechten Pfad, denn es fliesst immer zu den unteren Orten. Im Christentum findet man dieselbe Weisheit ausformuliert: „Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden“ (Korinther-brief des Paulus). – Die berühmte chinesische Melodie „Moon reflected on Erquan Ying Yue“ ist die Grundlage des vierten Satzes: sie wurde 1949 von dem blinden Erhu-Spieler A’Bing aus Wuxi (Jiangsu Provinz) komponiert und verbreitete sich schnell durch ganz China und wurde ein weltweites kulturelles Symbol. Der asiatische Dirigent Seiji Ozawa hörte sie 1978 und meinte, dass man sie nur auf den Knien betend wertschätzen kann. - Das Finale offenbart die meist unerkannte Gestalt des Wassers, - die ungeheure Kraft und Macht, die dem unscheinbar Weichen und Gestaltlosen innewohnt.
Die Besetzung des Doppelkonzerts versinnbildlicht die Ambivalenz des Elements “Wasser“ auf das Deutlichste: die Flöten repräsentieren das Weiche, und das volle Orchester die Kraft des Dao.

Widmung: Cordially dedicated to Agata Kielar-Dlugosz and Lukasz Dlugosz