
Kategorie: Chor / Vokal
2024 entstand als Auftragswerk für das 1300 Jubiläum der Erzdiözese München-Freising ein Oratorium „BEATITUDINES“, das einstündig zu den „Seligpreisungen“ historische Stationen kombinierte. Daraus wurde nun 2026 die 25minütige SELIGPREISUNGEN – BEATITUDINES, DER ACHTFACHE WEG als eine spirituelle Essenz destilliert, die sich ganz auf die originalen Jesus-Worte nach dem Matthäus-Evangelium reduziert.
Die SELIGPREISUNGEN als Einleitung zur Bergpredigt sind ein Zentrum der christlichen Haltung. Die Seligpreisungen, die im Griechischen stets mit „makarioi“ beginnen, verkörpern die Essenz des Christentums: Jesus – mit der Symbolzahl der „Acht“ auf die allumfassende Intelligenz kosmischer Strukturprinzipien verweisend - überragt als Weisheitslehrer die geistige Höhe aller großen Philosophen und Religionsstifter. Er betont darüber hinaus die Aspekte menschlichen Zusammenlebens verbunden mit der „Liebe“ als ebenfalls. Die SELIGPREISUNGEN sind von universeller Tragweite, wie beispielsweise die Menschenrechte oder der Demokratie-Gedanke.
Mit ihrer vom Geist der Liebe durchdrungenen „Acht“samkeit der SELIGPREISUNGEN muss eine Parallele zu östlicher Spiritualität gesehen werden: der „edle achtfache Pfad“ ist beispielsweise Kern der buddhistischen Lehre. Im Taoismus ist die „Acht“ ebenfalls zentral und symbolisiert Vollkommenheit, Harmonie und Unendlichkeit
Die Verbindung der SELIGPREISUNGEN mit der Acht-Zahl ist Hinweis auf die archaische Urkraft dieser acht von Jesus eingeforderten Themen, (1) Armut und Verzicht auf Materielles, (2) Trauer, (3) Sanftmut, (4) Hunger nach Gerechtigkeit, (5) Barmherzigkeit, (6) Herzensreinheit, (7) Friedfertigkeit, (8) Verfolgung ertragen können. Diesen Themen hat sich jeder mit seinem innersten Wesen zu stellen. Unser Weg zurück - zur geistigen Heimat des göttlichen Ursprungs - ist ein nicht leicht zu gehender achtfacher Pfad zum inneren Selbst, den uns Jesus – in bedenkenswerter Analogie zur buddhistischen Lehre – mit Klarheit vorgeschlagen hat.
Hinweis 1: Mit Click auf das erste Photo unten gelangt man zu einem Video-Trailer der Uraufführung November 2024 mit Chor und Orchester der Münchner Dommusik, Ingolf Turban (Solovioline), Leitung Benedikt Celler.
Hinweis 2: Die Kurzen Tonbeispiele entstammen einem Mitschnitt der Uraufführung November 2024; erstes Beispiel anklicken, dann laufen alle automatisch durch.
Sätze: (1) Armut und Verzicht, (2) Trauer und Mitgefühl, (3) Sanftmut, (4) Hunger nach Gerechtigkeit, (5) Barmherzigkeit, (6) Reinheit des Herzens, (7) Friedfertigkeit, (8) Verfolgung und Epilog.
Dauer: 25 Minuten
Notenausgabe: Strube Musikverlag , 2026
Besetzung: 1) Grosse Besetzung
(der BEATITUDINES - DIE SELIGPREISUNGEN IN ZEITLOSER WAHRHEIT)
Grosser Chor
2 Flöten, 1 Oboe, 1 Fagott
2 Hörner, 3 Posaunen (T T B), Tuba
Violine Solo, Harfe, Orgel
Pauke und zwei Schlagzeuger
Perc 1: Tamtam, Triangel, hängendes Becken, Röhrenglocken, Metal-Chimes, Claves, Tomtom, Vibraphon mit Streichbogen)
Perc 2: 3 hängende Becken (auch mit Bogen), Triangel, Glockenspiel, große Trommel, kleine Trommel, Glass-Chimes, Claves, Schellentambourin
2) Kleine Besetzung (beim Strube-Verlag in Vorbereitung)
Chor,
Flöte, Oboe, Fagott
Solovioline
Vl, Vla, Vc (bei kleinerem Chor auch solistisch)
Orgel
Soloinstrumente: Violine
Textdichter: Bibel, in deutscher Einheitsübersetzung 2016
Vorwort: DIE SELIGPREISUNGEN ALS ACHTFACHER PFAD ZUR EWIGEN WELT
Kommentar von Enjott Schneider
Die acht SELIGPREISUNGEN als Einleitung zur Bergpredigt (Ev. des Matthäus), zur Feldpredigt (Ev. des Lukas) und zum Kinder-Evangelium (Ev. des Markus) sind ein Zentrum der christlichen Haltung. Die Seligpreisungen, die im Griechischen stets mit „makarioi“ beginnen, sind keine nebelhaften Glaubenssätze, sondern verkörpern als „Magna Charta“ die Lehre Jesu als die Essenz des Christentums: Jesus – mit der Symbolzahl der „Acht“ auf die allumfassende Intelligenz kosmischer Strukturprinzipien verweisend - überragt als Weisheitslehrer die geistige Höhe aller großen Philosophen und Religionsstifter. Er betont darüber hinaus die sozialen und humanistischen Aspekte menschlichen Zusammenlebens verbunden mit der „Liebe“ als ebenfalls kosmischer Kraft der Verbundenheit allen Seins. Die SELIGPREISUNGEN als auch die gesamte Bergpredigt sind von universeller Tragweite, wie beispielsweise auch die Menschenrechte oder der Demokratie-Gedanke: Gleichheit aller Menschen, absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau und Kind, Liebe zu aller Kreatur und Schöpfung, Achtsamkeit und eine mitfühlende Parteinahme für Minderheiten, schutzlose, schwache, mittellose oder gesellschaftlich benachteiligte Menschen. Leider ist dies in den ihm folgenden Jahrhunderten durch patriarchales Machtdenken und durch materielle Bereicherungstendenzen verlorengegangen und marginalisiert worden.
Mit ihrer vom Geist der Liebe durchdrungenen „Acht“samkeit der SELIGPREISUNGEN darf eine kulturübergreifende Parallele zu östlicher Spiritualität gesehen werden: der „edle achtfache Pfad“ ist beispielsweise Kern der buddhistischen Lehre, die auf uralte Texte in Sanskrit zurückweist. Im Taoismus ist die „Acht“ ebenfalls zentral und symbolisiert Vollkommenheit, Harmonie und Unendlichkeit; noch heute verwendet die Mathematik die liegende „Acht“ als Zahl des Unendlichen. Das „Tao Te King“ weiß von den acht Trigrammen des „I Ging“ für die kosmischen Naturkräfte, von den „acht Unsterblichen“, von den „acht Kostbarkeiten“. Die Pendelschwingung in der Achterfigur des Tai Chi ist eine naturhafte Kraftverlagerung, die heute in der Quantenphysik als optimale Größe für Gruppenkohäsion wiedergefunden wurde.
Diese Bedeutungen der „Acht“ in der asiatischen Spiritualität mögen begründen, warum die SELIGPREISUNGEN vor allem in den Liturgien des christlichen Ostens fester Bestandteil unterschiedlicher Gebetszeiten geworden sind: neben Benedictus und Magnificat sind in den orthodoxen Strömungen die SELIGPREISUNGEN schon im 1. Jahrtausend zum Element des Offiziums geworden. Im Westen – obwohl als „Evangelium in Kurzform“ hoch geschätzt – hat man den „Beatitudines“ nie diese wichtige Rolle zukommen lassen.
Das Wesen des Oktogonalen (der Achtzahl) – um nochmals auf diesen geistigen Hintergrund zurückzukommen – liegt in der wunderbaren geometrischen wie mathematischen Klarheit uns in seiner tiefen symbolischen Bedeutung beschlossen: sie ist die erste Raumzahl (als 2x2x2 multipliziert) und verkörpert Vollkommenheit, Unendlichkeit und Übergang bzw. Transzendenz. Man findet die „Acht“ vielfältig in sakraler Architektur, in Mystik mit dem achtstrahligen Stern oder als Brücke zwischen der irdischen Welt (Materie, Kreuz, Quadrat, Viereck) und der göttlichen Welt (Kreis oder Kugel). In der Physis hat die „Acht“ enorm struktrierende Kraft, indem nach der heiligen „Sieben“ als Stufe des Übergangs bzw. der Transformation mit der „Acht“ Ruhe und Neuanfang entsteht: nach der siebenstufigen Tonleiter der Musik führt die Oktave (die Acht) auf eine neue Ebene; im Periodensystem des Atomaufbaus wird mit „8-Periode“ eine Quantenebene abgeschlossen, die sieben Spektralfarben des Lichts oder die sieben Kristall-Achsensysteme in der mineralischen Welt werden mit dem Erreichen der „Acht“ klar strukturiert.
Diese Klarheit der „Acht“ formulieren wir in unserer Sprache täglich – und nur Wenigen bewusst – aus: „Gib Acht!“ heißt in der Ursprungsbedeutung eben „Sei klar wie die Acht“; wir be“achten“ einen Sachverhalt, „Acht“ung ruft nach optimaler Aufmerksamkeit und „Acht“samkeit, …wir ver“achten“ jemanden, wenn wir ihm keine Aufmerksamkeit schenken…
Und wenn wir dieser Zahl den Konsonanten der Verneinung, das „N“ voranstellen (so wir aus „ein“ ein „nein“ machen), dann wird aus der „Acht“ (dem Symbol des Klaren) die „Nacht“ (Symbol des Dunklen und Unklaren). Und das nicht nur in der dem deutschen Sprachraum: aus (italienisch) „otte“ wird „notte“, aus französisch „huit“ wird „nuit“, aus (englisch) „eight“ wird „night“, aus (spanisch) „ocho“ wird „noche“, aus (schwedisch) „atta“ wird „natt“ usw.
Kurz zusammengefasst: Die Verbindung der SELIGPREISUNGEN mit der Acht-Zahl ist ein klarer Hinweis, auf die archaische Urkraft dieser acht von Jesus eingeforderten Themen, (1) Armut und Verzicht auf Materielles, (2) Trauer, (3) Sanftmut, (4) Hunger nach Gerechtigkeit, (5) Barmherzigkeit, (6) Herzensreinheit, (7) Friedfertigkeit, (8) Verfolgung ertragen können. Diesen Themen hat sich jeder mit seinem innersten Wesen zu stellen. Jesus hat damit einen spirituellen Weg eingefordert, - ganz mit Buddhas „achtfachem Pfad“ vergleichbar. Daraus mag ersichtlich werden, dass das Erlangen des “Himmelreichs“ – also der Weg hinein in die unsterbliche ewige Welt – kein Automatismus ist, den einem z.B. die Amtskirche mit Taufe und anderen Sakramenten symbolisch abnehmen kann. Unser Weg zurück - zur geistigen Heimat des göttlichen Ursprungs - ist ein nicht leicht zu gehender achtfacher Pfad, den uns Jesus in größter Klarheit vorgeschlagen hat.
Widmung: Den millionenfach leidenden Menschen dieser Erde...
Uraufführung: 23.11.2024, München, Dom zur Lieben Frau
Uraufführung Interpreten: Dommusik München mit allen Chören, Ingolf Turban (Solovioline) Domorchester, Leitung: Benedikt Celler



















