Kategorie:  Kammermusik , Chor / Vokal

Goethes Auffassung der Natur war ganzheitlich und kosmisch: im Kleinen spiegelt sich das große, im Makrokosmos dupliziert sich der Mikrokosmos. Alles Viele ist Eins... eine Art Bekenntnis zum Schöpfergott, - jenseits jeglicher Religionsausformung. In den drei tiefsinnigen Gedichten, die hier ausgewählt und vertont wurden, spiegelt sich dieser Facettenreichtum wider. Musikalisch wird deshalb ein weites Stilpanorama einbezogen: vom simplen Grundpuls, dem einzelnen Bordunton und ethnologisch inspirierter Vokalität ("ein wortloser Gesang der Mutter Erde"), dem Windgeräusch bis zur komplexen Harmonik und überlagerten Rhythmus.

Sätze: LIEDER DER NATUR
Drei Gedichte von J.W. von Goethe für Sopran und Klavier

1: Immer eins wie alles achten
2: Die volle Welt
3: Des Menschen Seele

Dauer: 9 Minuten

Besetzung: Sopran (Tenor) und Klavier

Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe

Vorwort: Nr.1: „Müsset im Naturbetrachten/ Immer eins wie alles achten; / Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: / Denn was innen das ist außen. / So ergreifet ohne Säumnis /Heilig öffentlich Geheimnis. Freuet euch des wahren Scheins, / Euch des ernsten Spieles: / Kein Lebendiges ist Eins, / Immer ist’s ein Vieles.“
Nr. 2: „Wie herrlich leuchtet / Mir die Natur! / Wie glänzt die Sonne! / Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten /Aus jedem Zweig, / Und tausend Stimmen / Aus dem Gesträuch, Und Freud und Wonne / Aus jeder Brust. / O Erd’! o Liebe! / O Glück! O Lust! Du segnest herrlich / Das frische Feld, / Im Blütendampfe / Die volle Welt.
Nr.3: „Des Menschen Seele / Gleicht dem Wasser: / Vom Himmel kommt es, / Zum Himmel steigt es, / Und wieder nieder / Zur Erde muß es, / Ewig wechselnd. Seele des Menschen, / Wie gleichst Du dem Wasser! / Schicksal des Menschen, / Wie gleichst Du dem Wind!“

Widmung: Ute Ziemer herzlich gewidmet

Anmerkungen: Im Auftrag von Ute Ziemer (Sopran) für ein CD-Projekt und Konzert 2021 komponiert