Kategorie:  Symphonie / Orchester

In der farbsinnlichen Bilderwelt der zeitlosen Schönheit des Renaissancemalers Sandro Botticelli (1445-1510) dominieren die Frauengestalten: antike Göttinnen, Nymphen und Madonnen. Das Botticelli-Triptychon bezieht sich auf drei Gemälde der Uffizien in Florenz, um von diesen inspiriert klangduftende, eher leicht und heitere, von Tanz geprägten Miniaturen vorzustellen. Im Eröffnungskonzert der Festspiele Passau erklingt das Triptychon neben Mendelssohns „Italienische Symphonie“ und „Sommernachtstraum“, wodurch sich zweifellos Anmutungen an diese Meisterwerke der Leichtigkeit und Lebensfreude ergaben.

Sätze: LE DONNE DI SANDRO BOTTICELLI. TRITTICO PER ORCHESTRA
Die Frauen des Sandro Botticelli. Triptychon für Orchester

1: Nascitá di Venere / Geburt der Venus
2: Minerva e il centauro / Minerva und der Kentaur
3: La Primavera / Der Frühling

Dauer: 9-10 Minuten

Notenausgabe: Ries & Erler Musikverlag Berlin , Material on hire / Leihmaterial , 2020

Besetzung: 2 Flöten (2. auch Piccoloflöte) – 2 Oboen (2. auch Englischhorn)
2 Klarinetten (Bb) – 2 Fagotte
2 Hörner (F) – 2 Trompeten (Bb)
Pauke, auch: Triangel, metal chimes, Vibraphon (oder Glockenspiel), hängendes Becken)
Streichorchester: Violine 1 +2, Viola, Violoncello, Kontrabass
(Die Besetzung ist identisch mit der „Italienischen Symphonie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy)

Vorwort: In der farbsinnlichen Bilderwelt der zeitlosen Schönheit des Renaissancemalers Sandro Botticelli (1445-1510) dominieren die Frauengestalten: antike Göttinnen, Nymphen und Madonnen. Das Botticelli-Triptychon bezieht sich auf drei Gemälde der Uffizien in Florenz, um von diesen inspiriert klangduftende, eher leicht und heitere, von Tanz geprägten Miniaturen vorzustellen. Im Eröffnungskonzert der Festspiele Passau erklingt das Triptychon neben Mendelssohns „Italienische Symphonie“ und „Sommernachtstraum“, wodurch sich zweifellos Anmutungen an diese Meisterwerke der Leichtigkeit und Lebensfreude ergaben.

1: DIE GEBURT DER VENUS (1485/86) zeigt Aphrodite „die Meerschaum-Geborene“, wie sie vom Westwind Zephyr leichtfüßig auf einer Muschelschale stehend an den Strand von Kypros getrieben wurde. Alles ist in purer Bewegung. Zur Darstellung dieser Leichtigkeit wurde als Hommage an Felix Mendelssohn dessen beschwingte Triolenbewegung seiner „Italienischen Symphonie“ aufgegriffen.
2: MINERVA UND DER KENTAUR (1482/83) thematisiert den Gegensatz von Wollust und sittsamer Strenge: Minerva oder Athene, als Göttin der Dichtung, Vernunft und Kunst, hat das triebhafte Wesen halb Mensch und halb Pferd überrascht, als der Kentaur mit seinem Bogen wieder hübsche Nymphen erlegen will. Minerva hält ihn gerade davon ab. Der Kentaur scheint beschämt, fast mitleiderregend. Die kunstvoll chromatische Musik oszilliert hier zwischen einer „strengen“ 9-Ton-Reihentechnik und der Sinnlichkeit einer Sarabande im Stil eines Slow-Waltz.
3: LA PRIMAVERA (1478/82) ist eines der bekanntesten Gemälde abendländischer Kunst und greift nochmals die Liebesgöttin Venus auf, wie sie nicht nur von tanzenden Grazien mit Frühlingsblumen gefeiert wird: zur aktionsreichen Bilderfülle gehören auch die Pflanzengöttin Flora, die alles was sie anfasst, zu Pflanzen werden lässt, der schwebende Liebesgott Amor, Merkur, wie er symbolisch die Wolken beiseiteschiebt und der lüsterne Westwind Zephyr, der sich gerade Chloris fangen will. Die Musik ist dementsprechend quirlig, bunt und themenreich, mit überraschenden Wechseln und evoziert den Gestus der damaligen Renaissancetänze.

Widmung: Für Hansjörg Albrecht in Freundschaft

Anmerkungen: Auftragswerk der Festspiele Europäische Festwochen Passau (Intendant: Dr. Carsten Gerhard)

Uraufführung:  19.06.2021, Passau Studienkirche St. Michael

Uraufführung Interpreten: 19.6.2021 Studienkirche St. Michael in Passau, mit der Nationalen Kammerphilharmonie Prag, Leitung: Hansjörg Albrecht, im Eröffnungskonzert der 69. Festspiele Europäischen Wochen Passau