THE STONES OF NEWGRANGE Spiralmusic for guitar & organ (2017)

Dauer: 6 Minuten

Besetzung: Konzertgitarre und Orgel (mindestehs 2-manualig mit Pedal) Es kann als Soloinstrument auch eine verstärkte Gitarre oder ein Hackbrett, auch Harfe, Laute oder Theorbe verwendet werden. Erwünscht ist ein zeitloser archaischer Klang gezupfter und verklingender Saiten Ad libitum kann der Orgelspieler auch eine kleine helle Triangel verwenden (evtl. auch vom Registranten spielbar). Im letzten Takt können Gitarrenspieler und Registrant auch eine rallentando-Geste mit jeweils zwei großen Kieselsteinen gegenschlagen.... eine augenzwinkernde Erinnerung an die „Steinzeit“!

Vorwort: 

THE STONES OF NEWGRANGE
Spiralmusic for guitar & organ

Zur Inspiration des Werkes:
Poetische Idee sind die Spiralmuster der alten Megalithkulturen, wie sie sich quer über den Erdball in den über 6000 Jahren alten Bauten wie eben in Newgrange/Irland befinden. So wird zum einen versucht, das Wesen der „Spirale“ in kreisende musikalische Muster zu fassen, zum anderen soll mit zeitlosen Klangimpressionen die Aura dieser rätselhaften Gebilde evoziert werden.
Die „Spirale“ ist seit der Steinzeit das Sinnbild der Ewigkeit, Sinnbild der Dauer der Lebensentstehung (Schwangerschaft) und des Todes, Symbol der Unendlichkeit des Anfangs und des Endes. Im letzteren Sinn ist die Spirale auch immer als der Schlüssel zur Unsterblichkeit angesehen worden. Man findet sie in Höhlenmalereien und in den astronomisch-mathematisch ausgeklügelten Bauwerken wie eben in New Grange (Irland) am Boynefluss oder (in identischer Kuppel- und Ganggrabbauweise) auf der Insel Gavrinis (Bretagne). Jedoch auch in den steinzeitlichen Tempelbauten auf der insel Malta, in den Höhlen von La Palma (Kanarische Inseln), in Nordafrika (Sahara), hunderttausendfach in den Steinkreisen Südafrikas, in den südamerikanischen Tempeln der Mayas.... bis hin zu den Altären der „großen Mutter“ der steinzeitlichen Matriarchate.

Sowohl die Komplexität der Spiralmuster und Labyrinthe wie deren mathematische Symbolik legen nahe, dass hier (gemäß den Forschungen der Prä-Astronauktik) ausserirdische Intelligenz und Technologien beteiligt waren. Viele der minutiös verarbeiteten Steinquader sind tonnenschwer und können selbst heute mit moderner Maschinentechnik nicht bewegt und verbaut werden. Hat man bislang die riesigsten Megalithe (Steinblöcke) von 1500 Tonnen in Baalbek (Libanon) vorgefunden, so wurden eben 2014 im russischen Sibirien in Kemerowo Bausteine von 3000 Tonnen entdeckt.
Unabhängig von diesen Rätseln der architektonischen Technologie und dem unvorstellbaren Alter (vor der biblischen Zeit) ist die „Spirale“ eine Wesenheit, die auch von der modernsten Naturwissenschaft als Urbaustein des Seins erkannt worden ist: von den spiraligen Galaxien bis zu den Spiralwirbeln der Quantenphysik oder dem Lebenscode der spiraligen Doppelhelix der DNA. Analog zum Links- oder Rechtsspin der Atomphysik gibt es die Spiralformen linksdrehend (entgegen dem Uhrzeigersinn) und rechtsdrehend. „Die Spirale symbolisiert in doppelter Bedeutsamkeit die Urform allen Lebens, indem sie dessen polaren Verlauf von der Extraversion zur Introversion spiegelt. Vom menschlichen Embryo oder einem jungen Farnblatt ausgehend
bis zum kosmischen Spiralnebel zeigt sie Leben in dynamischer Entfaltung bis zu seinem Höhepunkt und seinem Wiedereinrollen hin zu Altern und Tod“ (Ingrid Riedel, Psychoanalytikerin).

Widmung: Herzlich für Stefan Barcsay, dem ich schon zum vierten Mal ein Werk widmen darf

Uraufführung: 08.08.2017, München, Erlöserkirche Schwabing
Uraufführung Interpreten: Stefan Barcsay (Gitarre) und KMD Michael Grill (Orgel)

Fotos:

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