Kategorie:  Symphonie / Orchester

Sätze: 1: Allegro, 2: Adagio, 3: Vivo

Dauer: 14:00 (04:30 / 04:40 / 03:40)

Notenausgabe: Schott-Music, Leihmaterial für Orchesterversion und Kaufmaterial für Version 2 Trompeten und Orgel , 2003

Besetzung: 2 Trompeten (hoch B), Cembalo, Streicher (14-10-8-6-4)

Soloinstrumente: Trompete (B)

Vorwort: Das Werk verbindet Lust an virtuoser Motorik und unproblematische Spielfreude mit dem postmodernen Vergnügen stilistisch Gegensätzliches einmal miteinander zu verbinden: Im 1.Satz Allegro werden Bausteine aus Vivaldis Doppelkonzet für zwei Trompeten mit den schnellen repetitiven Streicherpattern der neuen Minimal Music verbunden... natürlich im C-Dur des barocken Originals. Der 2. Satz Adagio evoziert die Pastorale-Stimmung vieler barocker Concerti... allerdings auf der Basis einer Zwölfertonreihe (c-es-d-fis-a-gis-h-f-e-b-g-des), die am Satzende in einem typischen Vivaldischen Unisono sich zu erkennen gibt. Die Chromatik des 2. Satzes leitete über zu dem G-Modell des Finales in einem 3/8-Presto... Mit Spielfiguren zwischen Barock- und Minimal Music wird eine Atmosphäre aufgebaut... die (ganz entfernt, aber für den cineastischen Feinschmecker unüberhörbar) an die serenita der Musik Nino Rotas aus den italienischen Fellini-Filmen erinnert.

Widmung: für Reinhold Friedrich und Hannes Läubin

Uraufführung:  01.05.2003, Uster (Zürich)

Uraufführung Interpreten: Reinhold Friedrich, Hannes Läubin (Trp.), Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Ltg: Sebastian Tewinkel

Uraufführung Presseberichte: Züricher Oberland (7.1.2003): Musikalische Freuden... stellt mit 'Vivaldissimo' ein Werk vor, das ebenso anspruchsvoll wir hörfreundlich ist. Beeindruckender Einfallsreichtum und stupende Beherrschung des Komponistenhandwerks gehen eine glückliche Ehe ein. Im ersten Satz zeigt Schneider Witz, indem er, mindestens was den Solopart der Trompeten betrifft, tief in den Fundus Vivaldis greift, dessen Tonsprache quasi verdichtet und in paradoistischer Manier ad absurdum führt. Das Adagio bringt dem Orchester expressive, geradedazu symphonische Expansionsmöglichkeiten, spielt mit zauberhaften akustischen Effekten und lässt die Trompeten gedämpft wie aus anderen Sphären herüberklingen. Der mit Vivo bezeichnete dritte Satz trägt den Hörer auf orchestralen Wogen miz unbändigem Vorwärtsdrang einem fulminanten Finale entgegen, bei dem die trompeter Friedrich undläubin - ihnen hat Schneider das Konzert auf den Leib geschrieben - voll im Element, bravourös agierten. Bravorufe und frenetischen Applaus gab es denn auch für den anwesenden Komponisten und die am Erfolg der Uraufführung Beteiligten.

KONZERT IM SCHLOSSPARK WEIKERSHEIM: Zum Musikfest 'Vivaldi und Venedig', dem Höhepunkt des Hohenlohers Kultursommer, strömten rund 2000 Besucher... Wie mitreißend aktuell die bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts fast vergessene Musik Vivadlis ist, demonstrierte das Südwestdeutsche Kammerorchester mit dem abschließenden 'Vivaldissimo', einem Konzert für twei Trompeten, Cembalo und Streichorchester des zeitgenössischen Komponisten Enjott Schneider. Die Trompeter Reinhold Friedrich und Hannes Läubin sorgten für einen beschwingten Abschluss des Musikfestes...' Felix Röttger, Tauber-Zeitung vom 6.7.2009