Kategorie:  Orgel / Sacred Music , Recordings

Dauer: 6:00

Notenausgabe: Schott Musikverlag , ED 8525 Notenausdruck Eine ERRATA-Liste zu der fehlerhaften Schottausgabe (die jedoch zunehmend bereinigt wird) findet sich unten bei den FOTOS: , 1995

Besetzung: Orgel

Soloinstrumente: Orgel

Vorwort: Die Komposition entstand im Sommer 1994 als Musik zur Verfilmung des Romans 'Schlafes Bruder' von Robert Schneider (Regie: Joseph Vilsmaier)... Nach einem 'zerrissenen' Anfangsteil erklingen im Pedal das 'Elsbeth-Thema' und der Choral 'Komm o Tod, du Schlafes Bruder' (aus J.S. Bachs 'Kreuzstab-Kantate' BWV 56), darauf hinweisend, dass Elias nach diesem genialischen Konzert freiwillig in den Tod gehen wird: 'wer liebt, der schläft nicht', lautet die Maxime seines Sterbens.

Widmung: Harald Feller gewidmet

Anmerkungen: Virtuose Orgeltoccata, die weltweit gerne gespielt wird und athmosphärisch von Durufle Toccata op.5 beeinflußt ist.
Die TOCCATA SCHLAFES BRUDER wurde von Enjott Schneider 1995 komponiert. Im worldwideweb kursieren die merkwürdigsten Gerüchte, wer diese Toccata komponierte. Die Genese der Musik war folgende:
1) Enjott Schneider las 1993 auf seinem Flug nach Bombay (unterrichtete als Gastprofessor am Staatlichen Filminstitut Pune/Indien Filmmusikdramaturgie) den Roman Schlafes Bruder von Robert Schneider und rief von Bombay aus den Regisseur Joseph Vilsmaier an: "Das ist unser Stoff, hole Dir sofort die Verfilmungsrechte!"
2) Wieder zurück aus Bombay war Romanautor Robert Schneider schon bei Joseph Vilsmaoier und das Experiment der Umsetzung ging los.
3) Enjott Schneider komponierte und produzierte (mit Harald Feller an der Orgel) auf der Basis seines "Elsbeth-Themas" alle Orgelmusiken (z.B. Lehrer erhängt sich, erster Auftritt als Wunderorganist in der Dorfkirche etc.) und alle Begleitungen der Gemeindechoräle (z.B. auch "Nun komm der Heiden Heiland" mit Knabensopran-Solo)... vor den Dreharbeiten waren auf diese Weise alle Playbacks auf Band, um danach bildgenau zu drehen.
4) Von August bis November 1994 entstanden mit meiner Orgeltoccata, wie sie gedruckt auch bei Schott Music vorliegt ca. 10 Versionen des "Orgelwunders", die in meinem Archiv meistenteils noch dokumentiert sind. Die TOCCATA SCHLAFES BRUDER wurde an der Orgel der Stadtpfarrkirche Erding/Bayern von Harald Feller eingespielt, unter Beisein des Komponisten und des bayerischen Rundfunks, der dies schön in einer Dokumentation festhielt. Für Enjott Schneider war dies ein "unvergeßlicher" Tag, denn Mittags 12 Uhr fuhr er in seinem Audi 100 von Basel nach Erding, hatte beim Kaiserstuhl/Freiburg einen Totalschaden-Unfall (mit Rettungsmanöver ins freie Feld mit Tempo 160!!!), um dann in einem Leihwagen zur Toccata-Aufnahme nach Erding schnellstmöglich weiterzufahren, um pünktlich zur Aufnahme um 19 Uhr dort zu sein.
5) Weil die Eindimensionaliät einer einzigen Toccata nicht ausreichte, um die Genialität und göttliche Besonderheit des Orgelspiels von Elias Alder darzustellen, improvisierte Enjott Schneider in der folgenden Zeit noch etwa 30 Minuten zusätzliche Musik, die zur Überlagung benutzt werden sollte und auch genutzt worden ist.
6) Nach im Januar 1995 Enjott Schneider für 5 Wochen bei Hubert von Goisern im österreichischen Goisern wohnte und man gemeinsam an der Filmmusik weiterarbeitete, entstand in Teamwork zusätzlich zum "Elsbeth"-Thema, das dem Film an vielen Stellen zugrunde liegt, noch ein "Elias"-Thema in F-Dur.
7) Bei der Endmischung im Frühjahr 1994 war immer noch Unzufriedenheit über die mangelnde "Überwältigung" der Zuschauer...Deshalb improvisierte Harald Feller noch zusätzlich im Salzburger Dom über das von Hubert von Goisern und Enjott Schneider gemeinsam geschaffene "Elias Thema", um den maximal-optimal gesteigerten Abschluss zu finden (wo dann zusätzlich auch Windgeräusche und Effekte des Sounddesigners Stefan Busch hingelegt wurden)..... So ließ sich dann endlich durch Kumulieren verschiedenster Tonebenen das übernatürlich-göttliche Spiel des Elias zu einem fulminanten Ende steigern.
8) Die Musik ist also im letzten Viertel eine Teamarbeit aus verschiedenen Klangebenen. dasselbe gilt auch für die optische Seite: Die Aussenansicht und die räumliche Innennsicht des Orgelwunders wurde in Kutna Hora/Tschechien gedreht. Die Bilder des Innenlebens - der Mechanik und Abstrakten - der Orgel wurden an der Brucknerorgel in Linz gedreht, wobei Enjott Schneider die Passagen und Läufe spielte bzw. improvisierte. Die virtuos gleitenden Finger wurden z.T. in Kutna Hora gedreht, z.T. an der Brucknerorgel in Linz, wo Enjott Schneider dem Schauspieler André Eisermann die Passagen vorspielte, und er dann in dieser Art imitierte....

...soweit zu den Gerüchten um die Entstehung der Orgeltoccata, wozu z.B. bereits ein ganzes Buch geschrieben wurde: allerdings, ohne den Komponisten dazu interviewt zu haben!

Uraufführung:  11.12.1994, Feldafing (Oberbayern), Heilig-Kreuz-Kirche

Uraufführung Interpreten: Harald Feller

Tonträger:  1: Wergo WER6296-2 von 1995, Titel und weitere 4 CDs, siehe unten,  1995

Tonträger Interpreten: 1: Harald Feller an der Rieger Orgel der Pfarrkirche Erding;
2: Felix Hell in der Cathedral Basilika of the Sacred Heart, Newark, New Jersey auf der CD ORGELGIGANTEN Organ ORG 70102
3: Harald Feller an der Goll-Orgel in Memmingen auf der CD
PHANTOMES. AN ORGAN SPECTACULAR Oehms Classic OC 606
LC 12424, eine Superaudio-CD
4: Ulmer Münster: Orgel Wunschkonzert, Friedrich Fröschle an der Münsterorgel
EAN 4038411122239 AGK03 über jpc Auslieferung
5: Hansjörg Albrecht an der Kalis-Orgel der Philharmonie München auf der CD Vol.10 der reihe "Sacreed Music Series" von Ambiente audio

Film:  Schlafes Bruder,  1995

Film Regie: Josef Vilsmaier

Film Produktion: Bavaria, Perathon-Film