Kategorie:  Orgel / Sacred Music

Sätze: 1: TE DEUM - Allegro. Feierlich mit Kraft
2: TE ERGO - Preghiera
3: AETERNA FAC - Perpetuum Mobile
4: SALVUM FAC - Basso ostinato
5: IN TE, DOMINE SPERAVI - Toccata

Dauer: 28 Minuten

Notenausgabe: Schott Music GmbH Mainz , 2008

Besetzung: Große Orgel mit mindestens 3 Manualen

Soloinstrumente: Orgel

Vorwort: Dem Geiste der Uraufführung entsprechend - die von Jürgen Geiger am 14. September 2008 in St. Florian (Österreich) über dem Grabmal Anton Bruckners (1824-1896) gespielt wird - ist die Komposition der sechsten Orgelsinfonie dem grandiosen Te Deum von Anton Bruckner verpflichtet, das er von 1881-1884 geschaffen hatte und das zu seinem unmittelbar durchsetzungsfähigsten Werk wurde. Direkt aus Bruckners Partitur wurden die Fünfergliederung und die Satzbezeichnungen entnommen, dann jedoch mit neuem Leben erfüllt:
Das "Te Deum" wurde zum Kopfsatz der Sinfonie, in dem die gregorianische Kernmelodie mit Bruckners prägnanter (auf Quint und Quart beruhender) Achtelfiguration konfrontiert wird. Aus dem "Te ergo" wurde eine "Preghiera", eine melodiöse Bitt-Arie mit Gesten des Flehens und Bittens. Hinter dem "Aeterna fac" verbirgt sich das Modell des rastlosen "Perpetuum mobile", dessen unendliche Bewegung auf das "aeterna" des Textes verweist. Ein verwandtes Verweisen auf "Ewigkeit" zeigt "Salvum fac" mit seinem "Basso ostinato", hier jedoch im langsamen Zeitmaß. Besonderheit hier: eine zwitschernde Vogelstimme "Bruckners Vogerl" verweist auf seine naive Naturverbundenheit wie auf sein - den Zeitgenossen - narrischen erscheinendes Auftreten. Alles mündet in eine wuchtige Toccata "In te, Domine, speravi", in dem sich der gregorianische Choral und verschiedene Originalzitate aus Bruckners "Te Deum" zu einer Klangraserei verbünden.
Es wäre mein Wunsch, dass beim Lauschen der Sechsten Orgelsinfonie jene Charakterisierung in die Vorstellung tritt, mit der Hans Ferdinand Redlich (1903-1968) das Werk beschrieb: "Bruckners TE DEUM ist erfüllt von einem fast heidnischen Triumpf-Gefühl, einer fast barbarischen Freude an grellen Klangwirkungen, einem naiven Vergnügen an einer lärmenden Verherrlichung Gottes. Sie strahlt einen zugleich kindlichen und wissenden, glühenden und felsenfesten Glauben aus, einen Glauben, der Berge versetzen kann".

Widmung: Jürgen Geiger in Freundschaft gewidmet

Uraufführung:  10.09.2008, Stiftskirche St. Florian/ Österreich

Uraufführung Interpreten: Jürgen Geiger, im Rahmen des Bayerischen Orgelsommers 2008

Tonträger:  ambiente audio Sacred Music Series Volume 4 ACD 3009,  2009

Tonträger Interpreten: Jürgen Geiger an der Bruckner-Orgel St. Florian