Kategorie:  Orgel / Sacred Music

Sätze: 1: VENI REDEMPTOR GENTIUM
2: LICHT – MITTEN IM KALTEN WINTER
3: NUN KOMM DER HEIDEN HEILAND
4: TOCCATA SOPRA „RORATE CAELI DESUPER“

Dauer: 22 Minuten

Notenausgabe: Schott Music , 2011

Besetzung: Grosse Orgel mit mindestens 3 Manualen

Vorwort: ADVENT ist mehr als das eher plakative weil hellere Weihnachtsfest eine magische und geheimnisvolle Zeit und erstreckt sich über lange Wochen: Es ist eine Kultur des Wartens. Hoffnung im Dunklen und Verborgenen, Demut, Stille und menschliches Miteinander – ohne die kommerzielle Entgleisung materiellen Schenkens – sind die Merkmale. Selten sind die Menschen hier der Religion“ (im Sinne von „religio“ als Rückanbindung an uralte Traditionen) so nahe, wie in dieser introvertierten Zeit. In vier Sätzen bringt die Orgelsinfonie Nr. 11 solches zum Ausdruck:

1: VENI REDEMPTOR GENTIUM: Dieser Hymnus des Ambrosius von Mailand (etwa 339 – 397) ist wohl der älteste Weihnachtshymnus des Christentums und eine so eindringliche wie zu Herzen gehend einfache Beschwörung der Epiphanie Christi. Die Orgel holt Klänge aus dem Dunklen, steigert sie und kündet so von großer kommender Macht, die sich jedoch im Eigentlichen als unscheinbares kleines „Licht“ zeigt.
2: LICHT – MITTEN IM KALTEN WINTER: Es ist der Ruf des Propheten Jesaja, der mitten in der kalten Jahreszeit von Licht und Hoffnung kündet. „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf“ (Jesaja 60,2). Eine mystische Vision, die mit freier Melodik und rätselhafter Harmonik das kommende Unfassbare zu erfassen versucht.
3: NUN KOMM DER HEIDEN HEILAND: - leise und unscheinbar, jedoch – im Sinne von „dass sich wunder alle Welt“ - voller satztechnischer Geheimnisse (Kanons, Additions- und Subtraktionsverschiebungen, zeitliche Multiplikationen von Motiven), die im Pedal von Martin Luthers faszinierendem Choral – einer unmittelbaren Übertragung des ambrosianischen Hymnus von 1524 – zusammengehalten werden.
4: TOCCATA SOPRA „RORATE CAELI DESUPER“ : über dem aus Frankreich im 17. Jahrhundert datierten Responsorium mit seiner melodischen Frische erklingt eine kleine, aber kraftvolle Toccata. Mit ihrem motorisch-verspielten Gestus drückt sie „naiv-kindliche“ Vorweihnachtsfreude aus.

Widmung: Domorganist und Domvikar Hans Leitner (München) herzlich gewidmet

Anmerkungen: Die Tonausschnitte unten werden gespielt von Hans Leitner, die CD erscheint in Kürze beim Motette-CD-label

Uraufführung:  20.11.2011, Frauendom München

Uraufführung Interpreten: Domorganist Hans Leitner