Kategorie:  Kammermusik

Das Leitmotiv des Klaviertrios “Moon reflected on the Erquan Spring” (Erquan Yingyue) wurde 1949 von dem blinden Erhu-Spieler Hua Yanjun komponiert. Es verbreitete sich rasch in ganz China und wurde weltweit eine kulturelle Chiffre. Der asiatische Dirigent Seiji Ozawa hörte die Melodie 1978 und erklärte "man kann sie nur auf Knien betend wertschätzen!".
“Wasser” ist in der Tradition des Daoismus eine wichtige Metapher. Laotse versinnbildlichte den tieferen Gehalt des Dao mit der Charakteristik des Wassers: bescheiden und leise sucht es immer den tiefstgelegenen und unscheinbarsten Ort auf. Passt sich ohne eigene Form allem an: es kann leicht fliessbar sich in jede Richtung begeben...und es kann alles mit seiner Sanftheit bezwingen.

Sätze: Eine Fantasie in drei Teilen:
1: Wie sich das Wasser verhält
2: Erquan Yingyue – Die zweite Quelle
3: Das Sanfte wird das Harte besiegen

Dauer: 14-15 Minuten

Notenausgabe: Schott <musikverlag , 2019

Besetzung: Violine, Violoncello und Klavier

Soloinstrumente: Klavier, Violine, Violincello

Vorwort: Die Melodie des Mittelteils “Moon reflected on the Erquan Spring” (Erquan Yingyue) wurde 1949 von dem blinden Erhu-Spieler Hua Yanjun komponiert, auch bekannt als A’Bing aus Wuxi (Jianghsu-Provinz). Die wunderschöne Melodie beruht auf einer berührenden Geschichte: A’Bings Vater Hua Qinghe war daoistischer Priester und ließ den Sohn verschiedene traditionelle Instrumente lernen. Als der Vater 1914 starb, wurde er Drogenabhängig, fiel in Armut und verlor sein Augenlicht. Jeden Nachmittag spielte er auf dem Marktplatz seine Erhu, um seine Armut auszudrücken und zu vergessen. Er komponierte seine berühmte Melodie neben der Hui Quelle im Xihui-Park. A’Bing spielte seine Melodie 1950 ein, die dann immer populärer wurde. Er starb jedoch von Krankheiten gezeichnet am 4. Dezember jenes Jahres.
“Moon reflected on Erquan Yingyue” verbreitete sich rasch in ganz China und wurde weltweit eine kulturelle Chiffre. Der asiatische Dirigent Seiji Ozawa hörte die Melodie 1978 und erklärte "man kann sie nur auf Knien betend wertschätzen!".
“Wasser” ist in der Tradition des Daoismus eine wichtige Metapher. Laotse versinnbildlichte den tieferen Gehalt des Dao mit der Charakteristik des Wassers: bescheiden und leise sucht es immer den tiefstgelegenen und unscheinbarsten Ort auf. Passt sich ohne eigene Form allem an: es kann leicht fliessbar sich in jede Richtung begeben.
Im Anfangsteil können wir den Kontrast erleben zwischen "dem Geist", der mühelos durch die tiefsten Stellen fließt, und "dem Ego", das wie ein Schwimmer ist, der hart gegen den Wasserfluss kämpft, um einen Ort zu erreichen, der höher ist als das Dao. Das "Ego" ist instabil, weil es von unwesentlichen Wünschen fälschlich getrieben wird. Unsere Wesensnatur sollte daher dem Wasser ähnlich und nahe am Dao sein - ohne die anstrengende Vision unmaßgeblicher Wunschvorstellungen.
Im dritten Abschnitt erfahren wir, wie die Weichheit und Formlosigkeit das Wasser befähigen, mächtig zu werden und die Kontrolle über alles zu übernehmen. Wie Laotse sagte: "Das Allerweichste ist in der Lage, über das Härteste aller Dinge zu herrschen". Wasser ist stark, weil es sich fokussiert. So kann dass es selbst den Widerstand eines Felsens durch seine Beständigkeit brechen.

Widmung: …dedicated to the wonderful pianist Yinjia Yu

Anmerkungen: Kompositionsauftrag von Yinjia Yu (Piano), Shanghai, mit dem Wunsch, chinesisches Denken und Musik-Material einfließen zu lassen.