Kategorie:  Kammermusik

Sätze: I: DIE LINDE
Sanft, nachgiebig, heilig, unstillbare Sehnsucht nach Glück
(11.3. ? 20.3. und 13.9. ? 22.9.)
II: DIE EICHE
Robust, stark, mächtig, von großer Beständigkeit, Baum der Götter
(21.3.)
III: DIE WEIDE
Anmutig aber melancholisch, magisch-nächtlich, intuitiv, dem Mond
verwandt (29.2./1.3. ? 10.3. und 3.9. ? 12.9.)
IV: DIE TANNE
Herb, kühl, geheimnisvoll, verschlossen, der Baum des Lichts
(2.1. ? 11.1 und 5.7. ? 14.7)
V: DIE ESCHE
Lebhaft, impulsiv, anziehend, voller Ehrgeiz, der Weltenbaum
(25.5. ? 3.6. und 22.11. ? 1.12.)
VI: DER APFELBAUM
Sinnlich, erotisch, gut und böse verbindend, Baum der Erkenntnis und
Liebe (23.12. ? 1.1. und 25.6. ? 4.7.)

VII: DIE HASELNUSS
Aussergewöhnlich, genügsam, urteilsstark, Baum der magischen
Energie (22.3. ? 31.3. und 24.9. ? 3.10.)

Dauer: 20 Minuten

Besetzung: Zwei Quintbass-Gitarren
(gestimmt in h-e-a-d-fis-h, mit zusätzlicher freier Bordunsaite)
Es werden zwei Hauser Quintbassgitarren von 1922 und 1924 verwendet, die sich im Besitz der Hermann Hauser Guitar Foundation befinden.
Siehe dazu auch www.guitarfoundation.de

Widmung: Dem Gitarren-Duo Christian Gruber und Peter Maklar herzlichst gewidmet

Uraufführung:  05.08.2009, Theater Landsberg/Säulenhalle

Uraufführung Interpreten: Gitarrenduo Gruber & Maklar

Uraufführung Presseberichte: Die Uraufführung der ?Baumbilder? von Enjott Schneider mit dem Gitarrenduo Gruber & Maklar, Stefan Temmingh, dem Consortium Arboris und Alex Dorow in der Säulenhalle huldigt den Wun-derwerken der Natur und rückt die Quintbassgitarre ins rechte Licht.
Die uns umgebende Natur drückt aus, was in uns ist und fühlt. Dass die Lebenskräfte der Pflanzen die von den Menschen bedeckt gehaltenen Gefühlsregungen nach außen hin freimütig zeigen und reflektieren, war einer der anregenden neuen Aspekte innerhalb des Einführungsvortrages des Komponisten Enjott Schneider zum Keltischen Baumkreis. Die Druiden als Wissende und Heiler hatten den Baum als elementare Voraussetzung für menschliches Leben auserkoren, um bestimmte Charaktereigenschaften des Menschen darzustellen.
Einem einfühlsamen Prolog gleich, stimmte der vielfach, insbesondere für seine Filmmusiken (?Schlafes Bruder?, ?Stalingrad?, ?Herbstmilch?) ausgezeichnete, in München lebende Komponist und Schriftsteller sein gebannt lauschendes Publikum auf die nachfolgende Uraufführung seiner ?Baumbilder? ein. Schneider hat als Künstler die Vision eines universalen Erfassens von Welt und Menschen, von der Einheit der Künste und Wissenschaften. Mit dem ausverkauften Eröffnungskonzert des Festivals ?Faszination Gitarre - Zwischenspiel? ist dieser Traum einmal mehr in Erfüllung gegangen: Eine beseelende Komposition mit 13 subtilen und reizvollen Baumporträts interpretiert von hervorragenden Musikern, verbunden durch Poesie (Sprecher und Lyrikauswahl: Alex Dorow) und eingerahmt von expressiven Baum-Bildern, brachte die Idee künstlerischer Synergie und die Bündelung ästhetischen Ausdruckswillens auf den Punkt.
Dem ?Wunderwerk? Baum, genauer 13 von insgesamt 21 im keltischen Baumkreis-Horoskop erfassten Bäumen - von der impulsiven Esche über die kühle Tanne, den verführerischen Apfelbaum und die unsterbliche Zypresse bis hin zur ?urteilsstarken? Haselnuss, erwies Schneider, und mit ihm das Ensemble, seine musikalische Reverenz. Als genialer Schachzug erwies sich die dafür gewählte Instrumentierung, allem voran die Wiederbelebung der selten zu hörenden Quintbassgitarren und damit die enge Zusammenarbeit mit dem Gitarrenduo Christian Gruber und Peter Maklar. Die erstaunlich rund und tief tönende Klangmagie dieser Gitarren- ?Exoten?, die Schneider kompositorisch ähnlich einer Harfe behandelt, brachte das intime und vollendete Zusammenspiel den beseelt lauschenden Zuhörern einprägsam näher. Tief eintauchen in die erdig-archaische Grundschwingung der meditativen Komposition ließen einen auch die für Streichquintett und Bassblockflöte geschriebenen Passagen beziehungsweise Porträts (Kiefer, Ahorn und Olive). Die samtweichen und pastosen Klangeffekte, die der virtuose Stefan Temmingh seinen Bassblockflöten entlockte, imaginierten das Potenzial einer lebendigen und sich wandelnden Naturkulisse. Nachhaltiger Applaus belohnte ein Gesamtkunstprojekt, dem man mehr Beachtung wünscht.

Landsberger Kreisbote vom 11.5.2009 (Marcellus Steinhausen):
Ankündigungen für kulturelle Ereignisse leben oft von der Übertreibung. Häufig werden die großartigen Versprechungen nicht erreicht. Im Programmheft spricht der Autor... von einem 'synästhetischen Konzert', das die Uraufführung der Komposition 'Baumbilder' sein soll. Eine gewagte Formulierung. Doch selten hat dieser Ausdruck bei einer Veranstaltung so genau das Wesentliche eines kulturellen Abends erfasst.
Ein KOnzert für die Ohren und für die Augen, für die beiden, auf den ersten Blick, wkichtigsten Sinne des Menschen, sollte es am vergangenen Freitagabend in der voillbesetzten Säulenhalle des Landsberger Stadttheaters werden. Das wurde es in der Tat.
Der Münchner Komponist Enjott Schneider, Jahrgang 1950, der sich in seinen einführenden Worten zum eigenen Werk als Anhänger einer 'fühlenden' Biologie und 'astrologischen Botanik' entpuppte, gab eine Abreviatur des Wesens und der kulturgeschichtlichen edeutung des Baumes. Viele biologische Fakten waren wohl swelbst gut informierten Zuhörern nicht geläufig.
...jeweils auf die Baumcharakteristiuk bezogen war das Spiel mal würdevoll, dann schwermütig, kapriziert und auch getragen. Wunderbar virtuos interpretierten Christian Gruber und Peter Maklar sowie Temming an der Bassblockflöte das Werk Schneiders. Einen kräftigen männlichen Ton hat dieses Instrument. Die Streicher unterlegten mit einem schön gewobenen Klangteppich sanft das Spiel von Flöte und Gitarre.

Tonträger:  Wildner Records AG KWW 58205 LC 15257,  2009

Tonträger Interpreten: siehe unter WERKE bei TALKING TREES