ORGELSINFONIE NR. 1 PATER NOSTER wurde 2005 bei den „Internationalen Ingolstädter Orgeltagen“ im Münster Ingolstadt von Franz Hauk uraufgeführt. Mit ihrer Grundrichtung vom verzweifelt Dunklen zum trostreich Hellen thematisiert diese Sinfonie den Gestus des Betens und Bittens des in Not geratenen Menschen, der in PATER NOSTER als Archetyp des Gebets seine Erfüllung findet. 1:  Allegro Tenebroso / 2:  Vater unser im Himmelreich (Hommage à J.S.Bach) /3 : Adagio Tenebroso (Hommage à César Franck) /  4 : Finale Toccata « Pater Noster » hat einen virtuosem Spieltrieb. In klarem G-Dur findet sich das „Pater Noster“ in den Bässen und wird mit einem punktierten Seitenthema (von b-moll ausgehend) konfrontiert. Beide Themen werden in dieser großangelegten Toccata motivisch durchgeführt und führen zu einem existenzbejahenden Finale.

ORGELSINFONIE NR. 2 „DIE MARIANISCHE“ wurde 2006 in der Kathedrale Sankt Gallen/Schweiz von Domorganist Willibald Guggenmos uraufgeführt. Sie bietet – eben marianisch – weichere und geheimnisvollere Klangwelten an und skizziert Stationen aus Marias Lebensweg: Aus mystischem Urgrund entwächst ein anbetendes „Salve Regina“ (11. Jahrhundert, Reichenau). Dem folgt als Wiegenlied des Weihnachtsgeschehens eine „Berceuse pour Marie“. Der dritte Satz „Mater Dolorosa“ greift auf die bekannte gregorianische Sequenz „Stabat Mater“ zurück, der ein eindringlich ostinates Rhythmusmodell entgegensteht, - der Schmerz Mariens am Kreuz ist hier thematisiert. Finale ist ein großangelegtes Crescendo über „Ave Maris Stella“ (9. Jahrhundert St. Gallen), positiv und festlich als Erinnerung an die Marias Himmelfahrt und Glorifizierung.

ORGELSINFONIE NR. 3 TOTENTANZ wurde 2007 in St. Sebald/Nürnberg von Bernhard Buttmann uraufgeführt und ist in ihrem Gestus zutiefst „romantisch“: von hohem idealen Anspruch, der Nachtseite des Lebens zugewandt. Idee war, sich die Satzbezeichnungen von Mahlers V. Sinfonie (mit der er sich nach schwerer Krankheit von den „Wunderhorn“-Erlebniswelt seiner Jugend löste) anzueignen und davon ausgehend etwas  Neues entstehen zu lassen. Die lateinische Sequenz „Dies irae“ zieht sich als Leitfaden durch alle Sätze hindurch.              1: Stürmisch bewegt, mit größter Vehemenz ist das verzweifelte Aufbäumen unseres imaginären Protagonisten, ein letztes Ringen des Lebens mit dem Tod. 2: Trauermarsch. In gemessenem Schritt. Streng bildet mit dem ersten Satz eine innere Einheit, indem dessen Motive wiederaufgenommen und in der klaustrophobischen Gleichförmigkeit des strengen Schreitens festgezurrt werden. 3: Totentanz. Scherzo Macabre bezieht sich auf eine Radierung von Otto Dix (1891-1969) „Totentanz anno 17“ aus seinem Zyklus „Der Krieg“ von 1924. Scherzo Macabre will keine Versöhnung, sondern reißt Wunden auf: Teufelsmusik. 4: Adagietto. Sehr langsam versucht  Trost und Trauer im Sinne eines „In Paradisum“ zu intonieren. 

ORGELSINFONIE NR. 4 SINFONIA COLONIENSIS wurde 2007 von Domorganist Winfried Bönig im Kölner Dom uraufgeführt. I: Invocatio ist eine kraftvolle Anrufung Gottes und seiner Heiligen und ist – wie die gesamte Sinfonie – auf dem speziell Kölner Dreikönigshymnus „Tria sunt munera“ aufgebaut.          II: Die Heiligen Drei Könige  ist ein Triptychon über den Choral „Tria sunt munera“. III: Colonia Sancta steht in der Tradition des „Cortège“ als Musik zum liturgischen Gehen. Die Bitt- und Reliquienprozessionen waren ein gewichtiger Teil der Kölner Kulturgeschichte. In einer Kette von Triumphzügen wurden die Heiligtümer durch Köln getragen. IV: Ex ossibus: St. Ursula pro nobis ora bezieht sich auf die Legende der Ursula, der Schutzpatronin der Stadt Köln. Es ist eine Atmosphäre des Schaurigen ,die in diesem mystischen vierten Satz zu verspüren ist. V: Sortie ist ein prunkvolles toccatisches Schlussstück in dem nochmals der Choral „Tria sunt munera“ im Orgelpedal kraftvoll erklingt.

ORGELSINFONIE NR. 5 ANGELUS wurde von Franz Hauk 2008 im Münster Ingolstadt uraufgeführt. Die Tonsprache im monumentalen Kopfsatz (in Sonatenform) und im Finale ist dissonanzreich und voller Kontrast. Das Phänomen „Engel“ wurde nicht ‚lieblich’ sondern kraftvoll inszeniert.       I: Die Jakobsleiter, II: Erzengel Gabriel: Vertreibung und Verkündigung, III: Abaddon, der Engel des Abgrunds (Apocalypsis Johannis 9), IV: Cherubim und Seraphim: Gloria in excelsis Deo, V: Die Engel der Apokalypse: mit Feuer und Posaunenklang. 

ORGELSINFONIE NR. 6 TE DEUM wurde 2008 von Jürgen Geiger an der Brucknerorgel im Stift St. Florian/Österreich uraufgeführt und ist dem grandiosen Te Deum  von Anton Bruckner verpflichtet. Direkt aus Bruckners Partitur wurden die Fünfergliederung und die Satzbezeichnungen entnommen: Das „Te Deum“ wurde zum Kopfsatz der Sinfonie, in dem die gregorianische Kernmelodie mit Bruckners prägnanter (auf Quint und Quart beruhender) Achtelfiguration konfrontiert wird. Aus dem „Te ergo“ wurde eine „Preghiera“, eine melodiöse Bitt-Arie mit Gesten des Flehens und Bittens. Hinter dem „Aeterna fac“ verbirgt sich das Modell des rastlosen „Perpetuum mobile“, dessen unendliche Bewegung auf das „aeterna“ des Textes verweist. Ein verwandtes Verweisen auf „Ewigkeit“ zeigt „Salvum fac“ mit seinem „Basso ostinato“, hier jedoch im langsamen Zeitmaß. Alles mündet in eine wuchtige Toccata „In te, Domine, speravi“, in dem sich der gregorianische Choral und verschiedene Originalzitate aus Bruckners „Te Deum“ verbünden.

ORGELSINFONIE NR. 7 „VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT“ wurde 2009 von Kunibert Schäfer in der Stiftsbasilika Waldsassen uraufgeführt. Stilistisch geprägt von Minimal Music wirkt sie zeitlos, ihre kontinuierliche Bewegung scheint statisch und unendlich. Im Einzelnen findet man Überlagerungen von Zyklen und Perioden, Additions- und Subtraktionsprozesse, metrische Umdeutungen und Mehrschichtigkeiten, Spielen mit Zeitmustern, proportionales Umdeuten des Grundpulses. 1: IN PRINCIPIO soll mit seinen wuchtigen Schlägen in Basslage an die Uranfänge erinnern, aus denen dann kontinuierliche Bewegung entstand. 2: ZEIT DER STERNE versucht in Überlagerungen von entfernt auseinanderliegenden periodischen Abläufen etwas von dem statischen Kreisen der Gestirne zu vermitteln. 3: ZEIT DES MENSCHEN basiert auf der endlichen und fasslichen Rhythmik eines Walzers, der aber immer wieder metrisch uminterpretiert wird. 4: FINALE: AMEN ist schlicht und von dreiteiliger Form: Zunächst steht eine glockenartig wiederholte Harmoniefolge wie in den klassischen „Amen“-Kompositionen der Musikgeschichte, dem folgt kurzer leiser Mittelteil. Den Beschluß bildet eine ins Toccatische gewendete virtuose Interpretation der glockenartigen Harmoniefolge des Beginns.

ORGELSINFONIE NR. 8 „IN MEMORIAM“ (Reflexionen zu Bruckners Achter Sinfonie) wurde 2009 von Domorganist Silvius von Kessel im Erfurter Mariendom uraufgeführt.  Sich dem jenseitigen Vermächtnis zu nähern, das Anton Bruckner (1824-1896) in seiner 8. Sinfonie c-moll niedergelegt hat, war  die Idee des Erfurter Domorganisten Silvius von Kessel. „Wachet auf“, ruft uns die Stimme stellt bei dieser behutsamen – von großer Bewunderung und Respekt getragenen - Annäherung an Bruckner  den musikalischen Gegenspieler dar: Es ist sozusagen der ‚Hauschoral’ des Erfurter Mariendoms, da der „Erfurter Wolfram“, die älteste Bronzeplastik im deutschen Raum, seit je mit dem von Jesaia beschriebenen ‚Wächter auf der Zinne’ in Verbindung gesehen wurde. Aus der Beleuchtung dieses Chorals in Brucknerischem Geist entstand eine dynamische Satzfolge: Satz 1: METAMORPHOSEN, Satz 2: SCHERZO SINISTRO, Satz 3: ADAGIO, Satz 4: FINALE: „WACHET AUF“, RUFT UNS DIE STIMME  verbindet die Choralmelodik mit dem einprägsamen Vorschlagsrhythmus des Brucknerschen Finale, - zunächst in dramatischem Moll. Im Mittelteil leuchtet der Choral zart und entrückt in Dur auf. Diese Stimmung wurde inspiriert von Nahtod-Erlebnissen reanimierter Verstorbener, die allesamt von Licht und leiser Eingelsmusik berichten. Mit dem feierlichen Impetus eines typisch Brucknerischen Finale klingt dann der Satz virtuos und kraftvoll aus.

ORGELSINFONIE NR. 9 PATHÉTIQUE wurde 2009 von Johannes Skudlik im Münchner Frauendom uraufgeführt. „Pathos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet starke Gemütsbewegung oder Leiden. In den römischen - auf die Rhetorik begrenzten - Adaptionen bezeichnet „Pathos“ den emotionalen Appell einer Rede, die „bewegen“ (movere) soll und dem „erhabenen Stil“ (genus grande) entspricht. Später, von Friedrich Schiller ausgelöst, kommt der Aspekt der menschlichen Freiheit als ein durch die Kunst Erfahrbares hinzu: Pathos ist individueller Widerstand gegen das Leiden und Überwindung des Leidens, ist Schicksal, Kampf und Bestimmung. Als „die“ ultimative Leidensgeschichte werden in der Orgelsinfonie Nr. 9 jene Stunden vorgestellt, in denen Jesus ganz und gar Mensch geworden war, er den Schmerz und das Leid aller Menschen im Prozess eines inneren Kampfes schicksalhaft ertrug : Gethsemane, Geiselung, Golgatha und Grablegung sind hier die vier Stationen und Satzbezeichnungen.

Die „ORGELSINFONIE NR. 10 J.S.BACH“ wird 2011 vom Widmungsträger Hansjörg Albrecht in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt werden, die „ORGELSINFONIE NR. 11 ADVENT“ von Domorganist Hans Leitner im Münchner Frauendom, „ORGELSINFONIE NR. 12 VENI CREATOR“ wird 2012 von Domorganist Franz-Josef Stoiber an der neuen Regensburger Domorgel aufgeführt, Nr. 13 „SATANAS“ wird Bernhard Buttmann und Nr.14 „PASTORALE“ Stefan Baier gehören.