DAS SALOME-PRINZIP (komponiert 1982/83; UA 2002), Libretto von Enjott Schneider übersetzt nach der französischen Originalfassung von Oscar Wilde’s "Salomé". Mit solistischer Besetzung eine Kammeroper, kann mit großem Streicherapparat auch in großen Häusern gespielt werden. Ein in sich verschachteltes Werk (Oper reflektiert Oper), das bei seiner (um 20 Jahren verspäteten) Uraufführung am Musiktheater im Revier (Regie: Carolyn Sittig) mit Regine Herrmann in der Titelrolle wegen der dramatischen Stringenz und Intensität enthusiastisch gefeiert wurde. Erhielt im Ruhrgebiet Theaterpreise und Auszeichnungen. 

ALBERT - WARUM? (komponiert 1999; UA 1999). Ein Unikat der Musikgeschichte: aus einem Film wurde eine Oper.  Das Libretto stammt vom Filmemacher Joseph Rödl, der seinen gleichnamigen und 1977 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichneten Kinofilm opernwirksam umarbeitete und bei der Uraufführung am Theater Regensburg (Musikalische leitung: Rudolph Piehlmayer) auch selbst Regie führte. Kammeroper, die jedoch in großer Streicherbesetzung auch in großem Haus gespielt werden kann.  Die Geschichte handelt vom authentischen Fall des Dorfdeppen Albert, der von Spott gekränkt und aus Sehnsucht zu seiner verstorbenen Mutter schließlich den Freitod sucht. 

BAHNWÄRTER THIEL (komponiert 2003; UA 2004 im Theater Görlitz, Regie: Aron Stiehl, musikalische Leitung: Eckehard Stier) Oper in acht Bildern nach der gleichnamigen novellistischen Studie von Gerhart Hauptmann (Libretto von Julia Cloot und Enjott Schneider). Stilistisch zwischen Expressionismus und postmoderner Artenvielfalt mit manchen Überraschungen, wird in düsteren Tönen der Naturalismus Gerhart Hauptmanns beschworen: Thiel als psychologisch ausgelotete Figur zwischen geistiger und fleischlicher Liebe (auch die verstorbene Frau hat in dieser Oper als seine Phantasmagorie Bühnenpräsenz bekommen) bringt am Ende Frau und Kind um und erinnert nicht nur deshalb an die Figur des Wozzeck. Der Chor als Kommentator und Repräsentant des bissiges "Dorfes" hat hier allerdings – vergleichbar mit Brittens „Peter Grimes“ eine tragende Funktion. Sieben „Tableaux symphoniques“ sind orchestrale Zwischenspiele, die dramaturgisch tragend den Gang der tödlichen Handlung reflektieren.

FÜRST PÜCKLER – ICH BIN EIN KIND DER PHANTASIE wurde 2005 als große Oper in 10 Bildern für Soli, Chor, Ballett und Orchester komponiert und 2006 im Theater Görlitz uraufgeführt. Pückler ist eine zu Unrecht vergessene deutsche Leitfigur: faustisch, neugierig, wagemutig, Kosmopolit, europäisch, Schriftsteller, extravertiert die eben entstehende „Yellow Press“beschäftigend, introvertierter Hochromantiker mit Todessehnsucht…. Er hatte die Wahnidee des arbeitsamen Künstlers…. seine Verpflichtung vor Gott, ein von frühmorgens bis spätabends tätiges Leben auf Hochtouren zu führen. 

Innerhalb weniger Wochen entstand das Libretto, das so präzise recherchiert war, wie das Drehbuch zu einem Dokufilm: die Szenerien sollten möglichst wahrheitsgetreu sein (von der  Gruftszene am Opernbeginn, dem fingierten Leichenmahl bis zur anatomischen Zerlegung des Leichnams  - Auflösung von Herz und Leichenteilen in konzentrierter Schwefelsäure – am Opernende). Richtlinie war es mir, möglichst wenig Text „erdichten“ zu müssen, sondern quasi „O-Ton“ aus Briefen und Schriftdokumenten Pücklers zu entnehmen. Co-Autor Bernd Matzkowski hatte dann den Freiraum, in seinen Textpassagen ungeniert überhöhen zu können.

Stilistisch ist die Oper – in Analogie zum Pücklerschen Facettenreichtum – extrem gefächert: Pücklers Leitthema geht auf eine Zwölftonreihe zurück (die Violine ist sein Leitklang), die in den intimsten Momenten zusammen mit einer hochdifferenzierten Instrumentation eine artifizielle Schicht bildet. Daneben gibt es aber auch volksliedhafte Elemente, Hymnisches, Tanzhaftes (vor allem für das integrierte Ballett, das neben dem Chor auch zur Darstellung der „Gesellschaft“ benötigt wird. Mehrfach wird der musikalische Klang auch auf Geräusche reduziert, auf ein Kratzen, Knarzen und  Schaben, das bei gleichzeitiger Verwendung operettenhafter Rhythmik („Can Can“ und „Polka“)  musikalische Grotesken zeitigt.                                                     Ein gewaltiger Spannungsbogen von drei Stunden versucht, der Titanenfigur des „Pückler“ gerecht zu werden:  Pückler, der kosmopolitische „européan“ des 19. Jahrhunderts, der Parkgestalter (von Muskau, Branitz bis Bois de Bologne), der Literat (mit höheren Verkaufszahlen als Heine und Goethe zusammen), der bizarre workaholic und Frauenheld lebte eine Biographie, die förmlich nach der Oper als angemessener Darstellungsform schreit. Diese begleitet ihn auf seiner ewigen Suche nach „der Frau“ und „der Natur“: in einer für die Opernbühne seltenen Mischung von komödiantischer Groteske und wahrem romantischem Tiefgefühl. Notenmaterial bei Schott-music.

ORBE ROTUNDO. LIEDER VON LEBEN, MAGIE UND TOD für drei Soli, Chor und Orchester. Ein szenischer Bilderbogen zum Jahreskreis nach lateinischen und mittelalterlichen Texten, komponiert 2010 zum 50jährigen Jubiläum des Münchner Motettenchores, basiert auf Texten der Sammlung „Carmina Burana“, von Oswald von Wolkenstein. Neidhardt von Reuental und lateinisch-liturgischen Texten. Die Orchesterbesetzung ist identisch mit CARMINA BURANA von Carl Orff, so dass eine Inszenierung des 40minütigen ORBE ROTUNDO mit dem Orffschen Werk naheliegend ist. Zum „Erdenrund“ gehört ein Gang durch die Jahreszeiten, wobei etwa „Walpurgisnacht“ , die feuerlodernde „Johannisnacht“ oder der „Winter“ auch die düsteren und magischen Seiten des „Erdenrunds“ (von Hexenverbrennung bis Tod) thematisieren und ein echter Kontrapunkt zur Orffschen Version entstanden ist.

KRABAT - ODER DIE ERSCHAFFUNG DER WELT, Ballettoper (Chor, Ballett, Elektronik und Orchester) nach dem gleichnamigen Buch von Jurij Brezan und Bibeltexten eingerichtet von Wolfgang Rögner; Auftragswerk für das Sorbische  Nationalensemble Bautzen, UA Bautzen 21.Mai 2004. Wurde von 2004 bis 2010 ca. 60 Mal europaweit aufgeführt.

 

 

FÜR KINDER

ALI UND DER ZAUBERKRUG. EIN MUSIKALISCHES MÄRCHEN FÜR KINDER existiert in zwei Fassungen: Erzähler und großes Orchester oder Erzähler und Kammerensemble (Streichsextett, Flöte und Harfe). Es erzählt die Geschichte des afrikanischen Jungen Ali, der fleissig sein Flötenspiel perfektioniert, um schließlich damit vom Weißen Geist Reichtum, Glück… und seine Freundin Amina zu erhalten (die ebenso perfekt die Fidel beherrscht, was zu einem stimmungsvollen Finale führt). Hervorragend für Inszenierungen geeignet sowohl im Großen Haus (Orchesterfassung) wie auf kleiner Studiobühne (Kammermusikfassung)

Leihmaterial bei Schott Music, wo auch ein gleichnamiges Kinderbuch (mit Noten und einem Kinderlied über das Ali-Thema) von Enjott Schneider und Karlheinz Böhm (der in der Uraufführung den Erzähler gesprochen hatte). Erhielt den Medienpreis 2006 des VDS (Verband Deutscher Schulmusikerzieher) und der Stiftung Pro Musica Viva. Aus der Begründung der Jury:

Das musikalische Märchen lässt sich lesen als Parabel zur Frage, was Reichtum eigentlich ausmacht. Musik steht hier als Sinnbild erfüllten, guten Lebens. Ali beim Flötenspiel, die musizierende Dorfgemeinschaft: Das sind märchenhafte Allegorien, die auf das zutiefst humane Anliegen des Autors Karlheinz Böhm und seiner Stiftung „Menschen für Menschen“ verweisen.    Reich an Bildern und Farben ist die Orchesterpartitur des bekannten Komponisten Enjott Schneider. Das ist visuelle Musik im besten Sinne: Filmmusik für das Kino im Kopf. Enjott Schneider gelingt es, im Anschluss an die Tradition des Melodramas aus vertrauten Formen und Mittel zu schöpfen, ohne jemals in vordergründige Klischees zu verfallen. Die beiliegende CD beeindruckt mit aufwändiger Produktion (u. a. Symphonieorchester und Kinderchor) sowie erstklassiger Aufnahmequalität.