MANDALAS FÜR VIOLINE (Klarinette) UND KLAVIER (Orgel, Cembalo, Hackbrett), "Mandala" ist in der östlich buddhistischen Kunst oder Religion ein ornamentales, meist kreisförmiges Gebilde. Es dient zur Meditation und symbolisiert mit seinen von inneren Ordnungen durchsetzten zyklischen Mustern die Ganzheit sowie Heilung von Menschen.
In Analogie dazu sind diese Musikstücke um rhythmische Muster kreisend, die auf merkwürdige Weise komplex und doch sehr einfach sind. Vor allem auf rhythmischem Gebiet sind diese Mandalas unnachgiebig einzustudieren.
DIE FRAU, DERR TEDDYBÄR UND DAS RASIERMESSER (1995) stellt als "Kriminalstück für Posaune solo" eine augenzwinkernde Parodie auf Stereotypen der Thriller-Musik dar. Der Posaune wird das ganze Spektrum der virtuos-avantgardistischen Posaunentechniken abverlangt, die aber nicht nur in einem abstrakten Formenspiel verbleiben, sondern als "erzählende Musik" auch auf unmittelbaren Lustgewinn bei Spieler wie Hörern ausgerichtet bleibt. Die Dramaturgie des Verlaufs lautet: Vorspannmusik - Gruseln - Verfolgung - Mord - Blues - Nachspannmusik.
BRUEGHELIANA. PRELUDIO E SALTARELLO für Diskantzither (Altzither) wurde im Herbst 2009 komponiert, - als Pflichtstück für den Wettbewerb um den Ernst Volkmann-Preis bei „ZITHER 8“ (März 2010 München). Es nimmt Bezug auf die zwischen Tod, Nachdenklichkeit und derber Lebenslust angesiedelte spätmittelalterliche Bilderwelt von Pieter Brueghel. Dieser ist zu Unrecht als bloßer Darsteller bäuerlichen Lebens reduziert worden. Seine Bildsprache ist hingegen äußerst komplex, voller Details, mit Symbolen von Tod, Sünde, Verderben und dem Motiv der „verkehrten Welt“. Inspirierende für die Komposition des Zitherstücks war vor allem das Gemälde „Triumph des Todes“ (um 1562).
BAUM-BILDER. SIEBEN INTERLUDIEN ZUM KELTISCHEN BAUMKALENDER für zwei Quintbass-Gitarren I: DER APFELBAUM - Sinnlich, erotisch, gut und böse verbindend, Baum der Erkenntnis und Liebe, II: DIE LINDE - Sanft, nachgiebig, heilig, unstillbare Sehnsucht nach Glück, III: DIE EICHE - Robust, stark, mächtig, von großer Beständigkeit, Baum der Götter, IV: DIE WEIDE - Anmutig aber melancholisch, magisch-nächtlich, intuitiv, dem Mond verwandt, V: DIE TANNE - Herb, kühl, geheimnisvoll, verschlossen, der Baum des Lichts, VI: DIE ESCHE - Lebhaft, impulsiv, anziehend, voller Ehrgeiz, der Weltenbaum, VII: DIE HASELNUSS - Aussergewöhnlich, genügsam, urteilsstark, Baum der magischen Energie, uraufgeführt und auf CD TALKING TREES eingespielt vom Gitarrenduo Gruber & Maklar
WILLST EINE WELT DU SCHAUN für Panflöte (Klarinette oder Violine) und Klavier ist eine Folge meditativer Miniaturen. 1: Willst eine Welt du schaun...; 2: In einem Korn von Sand; 3: In einer wilden Blume einen Himmel sehn; 4: So fasse die Unendlichkeit in einer Hand; 5: Und lass in einer Stund die Ewigkeit vergehn; von Ulrich Herkenhoff (Panflöte) auf der CD ART OF PAN eingespielt. Von der Hackbrettsolistin Birgit Stolzenburg wurde auch eine Version für Flöte und Tenorhackbrett (UA Mai 2010) bearbeitet.


