CHARLES CHAPLIN-FRESKEN for brass quintet ...entstanden 1988 zum Jubiläum des 99. Geburtstag von Charles Chaplin (1889-1977). Die musikalische Stilistik ist inspiriert von Chaplins Filmkunst: Hinter banalen Versatzstücken aus den Müllhalden der Musikgeschichte und hinter einer ebenso sperrigen wie virtuosen Komik leuchten - manchmal schüchtern und meistens nur sehr kurz - Züge einer lyrischen Kunst hervor. Freskenhaft sind die immer auf dem Stilmittel der Repetition beruhenden Klangbänder, die jedem Satz einen charakteristischen Bewegungsablauf geben.

1: Prelude, 2: Lambeth Workhouse Blues, 3: Charlys Cakewalk, 4: The dreamin tramp, 5: Modern Times Forever!? 

Noten bei Helbling Verlag Innsbruck. 

DUNST, ALLES DUNST SPRICHT KOHOLET. Interludien für Posaunenchor (sechs Spieler wie z.B. 2 Trompeten, 2 Hörner, Posaune, Tuba). Der Prediger Salomo (das Buch Kohelet) ist einer der philosophischen Teile des Alten Testaments. Zwischen Tun und Ergehen des Menschen gibt es keinen zwingenden Zusammenhang. Der absurden Welt wird das zyklisch wiederkehrende „Auch das ist nichtig“ (wörtlich: „ist Dunst“) entgegengestellt. 

1:  Das Einerlei im ewigen Kreislauf /2: Alles Streben nach Weisheit ist nichtig

3: Armseligkeit des menschlichen Dasein / 4: Zeit und Zufall

JUBILUS für 2 Trompeten, 2 Posaunen und Orgel paraphrasiert eine archaische Form der melismatischen Melodieführung ohne Text, die seit altem Orient, Antike, synagogalem Gesang und christlicher Frühzeit bekannt ist und als Bestandteil des "Allelujahs"seit dem Mittelalter auch überliefert ist. Die Grundhaltung ist positiv, voll Freude und Vertrauen in die sichtbare und unsichtbare Welt.. Augustinus definierte den Jubilus als "sonus quidam significans cor partiture quod dicere non potest" ("ein Ausdruck dafür, dass das Herz etwas sagen möchte, was unsagbar ist"). Die ältesten abendländischen Melodiefassungen sind als Mailänder Mess-Alleluja (8. bis 12. Jahrhundert bekannt). Die Komposition geht von der "primae melodiae" des bekanntesten Mailänder Jubilus aus, die als Motto vorangestellt ist (sie kann ad libitum auch einleitend gesungen werden). Die Sätze:

1: Jubilus I:Hoketus, 2: Erste Meditation,  3: Jubilus II:Kanon, 4: Zweite Meditation, 5: Jubilus III:Rondo. 

Der Orgelpart ist anspruchsvoll und konzertant. Es empfiehlt sich eine Aufführung mit Dirigent. Noten bei Schott Music.

KARL VALENTIN-EPITAPH für Altsaxophon, 2 Trompeten, 6 Posaunen, Tuba und einen spezial effects-Pianisten wurde als Auftragswerk zur Einweihung des neuen Filmhochschulgebäudes in München komponiert und dort uraufgeführt. Das Saxophon verkörpert die "Seele" Karl Valentins, die gleich zu Beginn von den barbarischen Blechbläsern mit ihrem Bayrischen Defiliermarsch bedrängt wird: nach dem militaristischen Chaos und einem "Mesto" als Trauer erwacht die "Seele", wird vital und rhythmisch. Die Entwicklung gipfelt in einer Bedrängnis, wo das Blech den Saxophonisten bis zum kreatürlichen Schrei einquetscht... "Karl Valentin-Epitaph" - ein Grabspruch für den unvergesslichen Karl Valentin.

Noten bei Helbling Verlag Innsbruck. 

TINGUELY MACHINE  ...IN MEMORIAM JEAN TINGUELY für 12 Blechbläser und Sinfonieorchester. Auftragswerk des Deutschen Musikverlegerverbandes zum 150. Jubiläum. Das 9minütige Werk wurde 2004 in Berlin vom Rias Jugendorchester und dem Blechbläserensemble „BACH, BLECH UND BLUES“ uraufgeführt. Das Blechensemble verkörpert mit seinen trivialen, den Schrottplätzen der Musikgeschichte entliehenen Motiven den ‚Sperrmüll-Gedanken’ Jean Tinguelys (1925-1991), während das Sinfonieorchester sich seriös avantgardistisch gibt. „Knarzen“, „Knarren“ usw. wird von den Streichern gefordert, auf Alltagsinstrumenten wie Eimer, Deckeln und Stangen zu spielen wird von den Schlagzeugern abverlangt. Tinguely: „Kunst ist Aufruhr. Ich verlasse den Thron der Kunst, schaffe Kunstwerke, die dem System ausdrücklich entwischen wollen“. Die Blechbläser-Solisten:

5 Trompeten (B), 2 Waldhörner (F), 3 Tenorposaunen, Bassposaune, Basstuba.

Leihmaterial bei Schott Music.